Letztes Update am Fr, 07.07.2017 00:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Dutzende Verletzte bei G-20-Krawallen- Veranstalter: Viele Festnahmen



Hamburg (APA/AFP/dpa/Reuters) - Bei den gewalttätigen Ausschreitungen zum G-20-Gipfel in Hamburg sind am Donnerstagabend Dutzende Menschen verletzt worden. Die Polizei meldete insgesamt 74 Verletzte aus ihren Reihen, drei von ihnen mussten demnach im Krankenhaus behandelt werden. Auch zahlreiche Demonstranten wurden laut Veranstalter verletzt - einige ernsthaft. Die Organisatoren meldeten zudem mindestens zehn Festnahmen.

In der Nacht waren noch etwa 6.000 Menschen in verschiedenen Gruppen in der Stadt unterwegs, wie der Polizeisprecher weiter sagte. Allerdings hätte sich die Lage leicht beruhigt. Es gebe aber weiterhin Sachbeschädigungen an diversen Orten der Stadt, teilte die Polizei in der Nacht auf Freitag via dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Über den Twitter berichtete die Hamburger Polizei zudem, dass ein Polizeihubschrauber durch einen Laserpointer ins Visier genommen worden sei. Die Piloten seien geblendet worden und hätten Augenverletzungen erlitten.

Andreas Blechschmidt von den Anmeldern der Anti-G20-Demonstration „Welcome to Hell berichtete indessen unter Berufung auf Aussagen von Anwälten der Demonstranten, es habe bis späten Donnerstagabend zwischen 10 und 20 Festnahmen gegeben. Die Polizei selbst konnte zunächst nichts zu Festnahmen sagen.

Im Vorfeld des G-20-Gipfels lieferten sich am Donnerstagabend Hunderte Autonome in Hamburg Straßenschlachten mit der Polizei. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagstöcke gegen vermummte Demonstranten ein, die Böller und Rauchbomben zündeten und die Beamten mit Flaschen, Fahrrädern und anderen Gegenständen bewarfen.

Zuvor hatte die Polizei den Demo-Zug bereits nach wenigen hundert Metern gestoppt, weil vermummte Autonome mitmarschierten. Die Maskierung ist in Deutschland verboten. Unter den 12.000 Demonstranten seien rund 1000 vermummte Anhänger des schwarzen Blocks gewesen, erklärte die Polizei. Vor den Straßenschlachten hatten Tausende Menschen friedlich auf dem Fischmarkt gegen den G-20-Gipfel demonstriert.




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