Letztes Update am Fr, 07.07.2017 15:09

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flüchtlinge - Slowenien gegen verschärfte Grenzkontrollen Österreichs



Klagenfurt (APA) - Der slowenische Außenminister Karl Erjavec hat am Freitag an einer Sitzung des gemeinsamen Komitees Kärnten-Slowenien in Klagenfurt teilgenommen. Verschärfte Grenzkontrollen seien „nicht notwendig“ und würden das Leben auf beiden Seiten der Grenze erschweren, sagte Erjavec nach der Sitzung bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ).

Thema bei den Gesprächen war unter anderem auch die neue Kärntner Landesverfassung, die erstmals die slowenische Volksgruppe erwähnt. „Ich sehe der gemeinsamen Zukunft sehr positiv entgegen“, sagte Kaiser. Er erwähnte gemeinsame Projekte, etwa den Ausbau des Karawankentunnels, die Verlängerung des Drauradwegs bis Maribor und eine geplante Erweiterung der S-Bahn-Linie nach Bleiburg bis ins slowenische Prevalje.

„Es freut mich, dass es zu der Erwähnung der Volksgruppe gekommen ist“, sagte Erjavec. Nachdem die Situation bei den Diskussionen im Vorfeld teilweise schwierig gewesen sei, habe man „eine positive, gemeinsame Lösung gefunden“.

„Immer sehr anstrengend“ seien hingegen die Gespräche über das umstrittene Atomkraftwerk Krsko. „Wir kennen den Standpunkt Österreichs.“ Aber Slowenien sei nun einmal abhängig von dem Atomkraftwerk. „Ein Drittel des Strombedarfs wird von Krsko gedeckt“, erklärte Erjavec. Es gebe aber auch in seinem Land Diskussionen über die langfristige Energieversorgung. Diese werde Antworten liefern müssen, über einen Ausstieg würde es wohl auch ein Referendum benötigen. „Krsko wird uns weiter in Gesprächen beschäftigen“, so der slowenische Außenminister.

Erjavec versprach, sich für die deutschsprachigen Altösterreicher in Slowenien einzusetzen, die derzeit keine anerkannte Volksgruppe im Nachbarland sind. „Wir werden alles daran setzen, dass sich ihr Status und ihre Lage verbessert“, sagte der Außenminister.




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