Letztes Update am Fr, 07.07.2017 15:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


May hält an Bauplänen für umstrittene Thatcher-Statue fest



London (APA/AFP) - Die Errichtung einer Statue für die umstrittene ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher sorgt für hitzige Debatten in Großbritannien. Premierministerin Theresa May sagte am Freitag, sie wolle an den Denkmal-Plänen festhalten.

Kritik an der geplanten Statue kommt von mehreren Seiten: Während die einen Vandalismus befürchten, vermisst etwa Thatchers Tochter ein Markenzeichen ihrer Mutter bei dem Denkmalentwurf - Margaret Thatchers Handtasche.

Die geplante Statue soll umgerechnet knapp 340.000 Euro kosten und neben den Büsten von Winston Churchill und Mahatma Gandhi vor dem britischen Parlamentsgebäude stehen. „Wir sollten uns nicht wegen Vandalismus-Befürchtungen von der Errichtung des Denkmals abhalten lassen“, sagte May dem Rundfunksender „BBC“.

Die Organisation Thorney Island Society, die sich der Stadtverschönerung verschrieben hat, sagte dagegen, ein Denkmal solle erst zehn Jahre nach dem Tod eines Menschen errichtet werden - insbesondere bei einer umstrittenen Person wie Thatcher.

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Die Organisation Königlicher Gärten, auf deren Gelände die Statue errichtet werden soll, teilte mit, dass sie trotz mehrfacher Anfragen keine Einwilligung von Thatchers Familie für das Denkmal erhalten habe. Carol, die Tochter der ehemaligen Premierministerin, sagte vergangenes Jahr, sie sei gegen das Denkmal, weil „es keine Handtasche gibt“.

Thatchers große Handtaschensammlung galt als ein Symbol ihrer Unerschütterlichkeit. Die konservative Politikerin war von 1979 bis 1990 Premierministerin Großbritanniens. Wegen rigoroser Privatisierungen und Schließungen von Kohlebergwerken gegen den heftigen Protest der Gewerkschaften erhielt sie den Spitznamen „Eiserne Lady“.

Die im Jahr 2013 im Alter von 87 Jahren gestorbene Politikerin ist bis heute in Englands Arbeiterschaft unbeliebt. Mays nüchterner Politikstil brachte ihr Vergleiche mit Thatcher ein, doch wies die amtierende Premierministerin diese Interpretationen zurück.




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