Letztes Update am Sa, 08.07.2017 15:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Venezolanischer Oppositionsführer Lopez in den Hausarrest entlassen



Caracas (APA/dpa/AFP) - Der venezolanische Oppositionsführer Leopoldo Lopez ist nach mehr als drei Jahren Haft überraschend in den Hausarrest entlassen worden. Der Oberste Gerichtshof des Landes sprach von einer „humanitären Maßnahme“, die Gefängnisentlassung sei aus Gesundheitsgründen erfolgt. Zuvor hatte Lopez‘ Anwalt Javier Cremades den Schritt bekannt gegeben.

Zuletzt gab es immer wieder Gerüchte, dass der 46-Jährige krank sei. Bisher saß der Gründer der Partei Voluntad Popular im Militärgefängnis Ramo Verde ein. Anfang Juni hatte er eine Überstellung in den Hausarrest bereits einmal abgelehnt.

Lopez war wegen Anstachelung zur Gewalt zu fast 14 Jahren Haft verurteilt worden. Bei Protesten gegen die Regierung im Frühjahr 2014 waren 43 Menschen ums Leben gekommen. Das wurde ihm angelastet.

Zahlreiche Regierungen und internationale Organisationen sehen Lopez als politischen Gefangenen an. Der Hausarrest für den Politiker solle nur ein erster Schritt zur vollständigen Freilassung sein, forderte der Oppositionsabgeordnete und frühere Parlamentspräsident Henry Ramos Allup.

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Bei den seit drei Monaten andauernden Demonstrationen gegen die Regierung des linksgerichteten Präsidenten Nicolas Maduro hatten Oppositionelle auch immer wieder die Freilassung politischer Gefangener gefordert. Bei den Protesten kamen bisher mehr als 90 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt.

In Videobotschaften aus dem Gefängnis hatte sich Lopez zuletzt hinter die Demonstranten gestellt und sie zum Durchhalten aufgerufen. Vor zwei Wochen hatte Lopez‘ Ehefrau Lilian Tintori den Sicherheitsbehörden vorgeworfen, ihren Mann gefoltert zu haben.

Tintori hatte seit der Inhaftierung ihres Mannes für dessen Freilassung gekämpft und war zum Sprachrohr der venezolanischen Opposition geworden. Nach einem Monat hatte sie ihn am Freitag erstmals wieder im Gefängnis besuchen dürfen.

In Venezuela kämpfen Regierungsgegner seit Monaten nahezu täglich mit Demonstrationen für eine Amtsenthebung von Präsident Maduro. Sie machen ihn für die schwere Wirtschaftskrise und die Versorgungsengpässe im Land verantwortlich.




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