Letztes Update am Mi, 27.09.2017 15:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Union Investment sieht Fortum-Angebot für Uniper positiv



Düsseldorf (APA/Reuters) - Das Offert des finnischen Energiekonzerns Fortum für den Düsseldorfer Konkurrenten Uniper ist bei Investoren positiv aufgenommen worden. „Das Angebot von Fortum wirkt attraktiv und es kommt zu einem guten Zeitpunkt“, sagte der Fondsmanager von Union Investment, Thomas Deser, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Uniper-Aktie habe in den vergangenen Monaten dank der Russland-Geschäfte von der Steigerung des Rubel-Kurses und zudem von den angezogenen Strompreisen profitiert. Der Aktienkurs von Uniper habe das widergespiegelt. „Viel mehr geht eigentlich nicht. Dramatische Kurssteigerungen sind nicht zu erwarten.“

Union Investment hält 0,3 Prozent an Uniper. Fortum bietet 22 Euro je Uniper-Aktie. Diese notierte am Mittwoch bei über 23 Euro. Fortum will von E.ON das verbliebene Uniper-Paket in Höhe von 47 Prozent übernehmen. E.ON will sich Anfang 2018 entscheiden, ob es dem Deal zustimmt, der rund 3,8 Mrd. Euro in die klamme Kasse des Energiekonzerns spülen würde. Auch die übrigen Aktionäre können ihr Papiere andienen.

„Das Angebot ist komfortabel“, sagte Deser. Es gebe voraussichtlich eine Frist von zehn Wochen zur Annahme. „Das heißt, man hat keine Eile. 22 Euro bekommt man in dieser Zeit immer. Wenn der Aktienkurs steigt, kann man die Papiere über den Markt verkaufen.“

Uniper hat ankündigt, das Angebot zu prüfen. Vorstandschef Klaus Schäfer hatte Fortums Vorstoß am Montag in einem Reuters-Interview als feindlich bezeichnet. „Das Management von Uniper hat nicht viel Spielraum“, betonte Deser. Es müsse das Beste für die Aktionäre rausholen. „Ein harter Ton kann dabei hilfreich sein.“ Möglich sei aber, dass der Düsseldorfer Versorger zerschlagen werde. Dies befürchten die Mitarbeiter und der Betriebsrat. Uniper beschäftigt rund 13.000 Menschen, davon rund 5.000 in Deutschland.

Fortum habe mit den Uniper-Geschäften in Russland eine Chance, seine Position in dem Markt zu stärken, erläuterte der Fondsexperte. Fortum sei dort in der Energieversorgung bereits sehr lange sehr erfolgreich. Auch die schwedischen Kernkraft- und Wasserkraftwerke von Uniper seien für Fortum interessant. „Insofern dürfte Fortum für diese Assets der bessere Eigentümer sein als E.ON. Daher konnte man auch nicht erwarten, dass mehr dabei rumkommt.“ Andere Vermögenswerte könnten weiterverkauft werden. So könne RWE an den Gaskraftwerken interessiert sein. Gleiches gelte für das Kohlekraftwerk Datteln 4.

Fortum-Chef Pekka Lundmark hat zwar erklärt, Uniper nicht übernehmen zu wollen, daran hat aber nicht nur Uniper-Chef Schäfer Zweifel. Für Fortum sei der milliardenschwere Vorstoß schon ein Riesending, erklärt Deser. Es könne durchaus gleich im ersten Schritt eine Mehrheit von 75 Prozent bei dem Angebot herauskommen. „Das wäre auch im Interesse von Fortum, die dann durchgreifen könnten.“




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