Letztes Update am So, 08.10.2017 04:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Katalonien - Linke sieht in Demonstrationen „koloniale Logik“



Barcelona/Madrid (APA/dpa) - Die katalanische Linkspolitikerin Nuria Gibert hat die für Sonntag in Barcelona geplante Großkundgebung von Unabhängigkeitsgegnern kritisiert. Selbstverständlich hätten alle das Recht, ihre Meinung zu äußern, aber es entspreche einer „kolonialen Logik“, dass auch viele Menschen aus anderen Teilen Spaniens zum Demonstrieren nach Barcelona kämen, sagte Gibert der Nachrichtenagentur dpa.

„Wir haben gesehen, dass in Madrid dafür geworben wird, die Autobusse nach Barcelona voll zu bekommen“, sagte die Sprecherin der linksradikalen Partei CUP. Die Gegner der Unabhängigkeit als „schweigende Mehrheit“ zu bezeichnen, sei eine gängige Redensart der in Madrid regierenden konservativen Volkspartei. Dieser warf Gibert „Katalanophobie“ vor.

Nicht eine einzige Institution des Zentralstaates sei in den vergangenen sieben Jahren bereit gewesen, die Katalanen anzuhören. Madrid beharre stur auf der spanischen Verfassung, die eine Abspaltung ausschließt. „Aber die Gesetze müssen für die Menschen da sein. Wir sind hier gefangen in einem Gefängnis“, sagte Gibert.

Die CUP unterstützt im katalanischen Parlament die Regierung von Carles Puigdemont, ist aber nicht in der Regierung vertreten. Am 1. Oktober hatten bei einem umstrittenen Referendum nach offiziellen Zahlen gut 90 Prozent der Wähler für die Unabhängigkeit der wirtschaftsstarken Region gestimmt. Allerdings hatten nur 43 Prozent der Wahlberechtigten an der Volksabstimmung teilgenommen.




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