Letztes Update am So, 08.10.2017 08:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Equal Pay Day - Frauen entgehen im Leben laut AK 435.000 Euro



Wien (APA) - Die Einkommensnachteile durch den Gender Pay Gap summieren sich laut Berechnungen der Arbeiterkammer (AK) über ein ganzes Erwerbsleben betrachtet für Frauen auf durchschnittlich 435.000 Euro. AK-Vizedirektorin Alice Kundtner fordert daher anlässlich des Equal Pay Days, die Einkommensschere endlich zu schließen.

Basis für die Berechnungen der AK sind die jüngsten Daten der EU-weiten Verdienststrukturerhebung. Demnach bekommen Frauen durchschnittlich 900 Euro monatlich weniger bei durchschnittlich 34,5 Erwerbsjahren.

Um Kinderbetreuung, Hausarbeit und Altenpflege zu leisten, verringern Frauen oft ihre Erwerbsarbeitszeit und verlieren dadurch durchschnittlich 586 Euro im Monat. Auf das Erwerbsleben hochgerechnet ergibt dies inklusive Abfertigungen 310.000 Euro. Mangelndes Kinderbetreuungsangebot sowie eine geringe partnerschaftliche Arbeitsteilung drängen Frauen in die Teilzeitarbeit. Laut AK sind Frauen pro Woche 65 Stunden mit bezahlter und unbezahlter Arbeit beschäftigt, Männer 63 Stunden.

Die schlechte Bezahlung „typisch weiblicher“ Berufe, die unterschiedlichen Branchen und schlechtere Karrierechancen betragen auf das Erwerbsleben hochgerechnet 35.000 Euro des Gender Pay Gap. Benachteiligungen wie Teilzeit oder schlechtere Bezahlung frauentypischer Berufe dienen als Erklärung für Lohnunterschiede. Aber selbst wenn diese Faktoren herausgerechnet werden, bleibe ein Rest von 187 Euro durchschnittlich im Monat, den Frauen weniger verdienen - im Laufe des Erwerbslebens summiert sich dies auf 90.000 Euro.

Kundtner pocht darauf, dass diese Einkommensschere geschlossen wird. Konkret brauche es eine ausgewogene Verteilung der Arbeitszeit zwischen Paaren und wie in Deutschland soll daher eine Familienarbeitszeit diskutiert werden. Weiterhin soll das ganztägige Angebot für Kinderbetreuung ausgebaut werden, ebenso wie jenes für die Pflege. Die AK drängt auch auf verbindliche Maßnahmen in den betrieblichen Einkommensberichten zum Abbau der Einkommensschere.

~ WEB http://www.arbeiterkammer.at ~ APA049 2017-10-08/08:00




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