Letztes Update am So, 08.10.2017 08:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Umfrage: Mehr als ein Drittel der Deutschen für Schulz-Rücktritt



Berlin (APA/dpa) - Über Drittel der Deutschen findet, dass der gescheiterte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nach seiner Wahlniederlage nicht Parteichef bleiben kann. In einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten 36 Prozent für einen Rücktritt des erst im März einstimmig gewählten SPD-Vorsitzenden. 35 Prozent meinen dagegen, er sollte im Amt bleiben. 29 Prozent machten keine Angaben.

Die SPD hatte am 24. September mit 20,5 Prozent ihr bisher schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl eingefahren. Schulz hatte danach erklärt, die Partei als Vorsitzender in die Opposition führen zu wollen. Auf dem SPD-Parteitag im Dezember stehen turnusgemäß Vorstandswahlen an. Die neue Fraktionschefin Andrea Nahles hat bereits erklärt, dass sie nicht für den SPD-Vorsitz kandidieren will.

Von den SPD-Wählern unterstützen laut YouGov-Umfrage zwei Drittel (66 Prozent) Schulz‘ Entscheidung, den Chefposten zu behalten. Auch eine Mehrheit der Linken-Wähler (53 Prozent) findet das richtig. Die Wähler von Union (53 Prozent) und AfD (61 Prozent) sind dagegen mehrheitlich für einen Rücktritt. Die Anhänger von FDP (46 Prozent für Rücktritt, 32 Prozent dagegen) und Grünen (37 Prozent dafür, 38 Prozent dagegen) sind in dieser Frage gespalten.

Die Entscheidung der SPD-Spitze gegen eine neue Große Koalition mit der CDU/CSU trifft bei jedem zweiten Befragten (50 Prozent) auf Zustimmung. Nur jeder Vierte (25 Prozent) findet diesen Schritt falsch. Besonders groß ist die Unterstützung für die Oppositionsrolle der SPD bei den Linken-Wählern (74 Prozent) gefolgt von den Anhängern der SPD (68), der Grünen und der AfD (62) sowie der FDP (59). Nur bei den Wählern der Union trifft der kategorische Ausschluss einer Großen Koalition nicht auf mehrheitliche Zustimmung (39 Prozent).




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