Letztes Update am So, 08.10.2017 13:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


APA-Wahlcountdown: Noch 7 Tage bis zur Wahl



Wien/Austin (Texas) (APA) - MAHNENDE

Alt-Bundespräsident Heinz Fischer findet für die SPÖ harte Worte. Die Wahl hätte ein harter, aber fairer Wettbewerb werden können, meint er in der „Krone“. „Tal Silberstein war ein großer Fehler, der Versuch, sich mit Leugnen und Abstreiten von allem über die Ziellinie zu retten, ist erst recht nicht akzeptabel“, so Fischer weiter. Die Ausdrucksweise in den sozialen Medien und Angriffe gegen Familienmitglieder seien „teilweise außer Rand und Band geraten“. Damit sei das Vertrauen in die Politik stark erschüttert worden, stellte der frühere Bundespräsident fest. Auch Caritas-Präsident Michael Landau drängt auf ein Abrüsten der Worte. In einem Facebook-Posting forderte er von den Verantwortungsträgern Respekt, Ehrlichkeit und ein Mindestmaß an Anstand: „Wer mit Schmutz um sich wirft, dessen Hände werden schmutzig bleiben. Wenn das so weitergeht, befürchte ich einen echten Schaden für unsere Demokratie“, meinte Landau.

STIMMEN

Die ÖVP mit Spitzenkandidat Sebastian Kurz ist in aktuellen Umfragen weiterhin in Führung. Die Dirty-Campaigning-Affäre und die Schlammschlacht zwischen den Noch-Koalitionspartnern SPÖ und ÖVP scheinen noch keine Auswirkung auf die Daten zu haben. In einer vom „Kurier“ publizierten OGM-Studie (1.000 Befragungen, 29. September bis 5. Oktober, Schwankungsbreite +/-3,1 Prozent) erreicht die ÖVP Platz 1 mit 33 Prozent. Die SPÖ landet auf Platz 2 und gewinnt sogar einen Prozentpunkt auf 27 Prozent im Vergleich zur Umfrage 19. bis 21. September. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer führt dies einerseits auf den Befragungszeitraum zurück: Die Causa Tal Silberstein sei noch nicht bei allen Wählern durchgesickert; und andererseits könnten sich SPÖ-Wähler hinter dem angegriffenen Kanzler scharen. Die FPÖ kommt bei OGM weiterhin auf 25 Prozent, die NEOS schaffen den Parlamentseinzug und bleiben bei 5 Prozent. Knapp wird es für Grüne und Liste Pilz, beide erzielen 4 Prozent, wobei die Grünen sogar einen Prozentpunkt verloren haben.

Das Linzer Market-Institut (800 Wahlberechtigte, 2. bis 3. Oktober, Schwankungsbreite +/-3,5 Prozent) sieht die ÖVP ebenfalls bei 33 Prozent und die Freiheitlichen bei 25 Prozent, berichtete der „Standard“. Die Umfrage wurde nach Bekanntwerden der Dirty Campaigning-Affäre durchgeführt und die SPÖ kommt bei Market nur auf 23 Prozent. Die Roten liegen damit deutlich unter Christian Kerns Wert bei der Kanzlerfrage mit 28 Prozent - sein persönlich schlechtester Wert, wie es im Bericht heißt. Das Institut sieht alle drei Kleinen im Nationalrat: Liste Pilz mit 6, NEOS und Grüne mit je 5 Prozent.

WOHNEN

Mit zwei neuen Inseratensujets warb die SPÖ am Sonntag in „Krone“ und „Kurier“. Im Wahlkampffinish setzen die Roten dabei auf Bewährtes: „Mit Pensionen spielt man nicht“, heißt es dabei oder „Wohnen darf nicht das halbe Einkommen verschlingen“.

IN TEXAS

Der Nationalrats-Wahlkampf reicht bis Texas. In Austin, der Hauptstadt des US-Bundesstaats, gab es am Samstagnachmittag (Ortszeit) einen „Neos Cocktail@Austin“ - und das wohl nicht zufällig: Fand doch an diesem Tag der „Austrian Research and Innovation Talk“ statt. Rund 120 in Nordamerika tätige österreichische Forscher nahmen an dem vom Office of Science and Technology Austria (OSTA) in Washington DC im Auftrag von Infrastruktur- und Wissenschaftsministerium organisierten Netzwerktreffen teil und waren wohl Zielpublikum der Cocktail-Party. Auf der Einladungskarte prangten Fotos von Parteichef Matthias Strolz und Listenzweite Irmgard Griss - die ließen sich natürlich nicht in Texas blicken, dafür der Organisator, der in Austin lebende österreichische Immobilienentwickler Martin Wallner, Mitglied des NEOS-Landesteams „Das 10. Bundesland“.




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