Letztes Update am So, 08.10.2017 22:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kataloniens Regierungschef hält an Unabhängigkeitsplänen fest



Barcelona/Madrid (APA/dpa) - Kataloniens Regierungschef Carles Puigdemont will die Unabhängigkeit seiner Region von Spanien ungeachtet mehrerer gerichtlicher Verbote und trotz energischer Warnungen der Zentralregierung ausrufen.

„Die Unabhängigkeitserklärung (...) ist im Referendumsgesetz vorgesehen. Wir werden das Gesetz befolgen“, sagte Puigdemont in einem Interview des Fernsehsenders TV3, das am späten Sonntagabend ausgestrahlt werden sollte und vorab in Auszügen veröffentlicht wurde.

Der katalanische Regierungschef bezog sich auf das Anfang September vom Regionalparlament in Barcelona verabschiedete Gesetz, das als rechtliche Grundlage für das Unabhängigkeitsreferendum vom vorigen Sonntag gelten sollte. Das Gesetz war aber vom Verfassungsgericht schon vor der Abstimmung für illegal und nichtig erklärt worden.

Barcelona hielt die Volksbefragung trotz des gerichtlichen Verbots und auch gegen den Willen der Zentralregierung ab. Das „Ja“-Lager setzte sich dabei am vorigen Sonntag nach amtlichen Angaben mit 90 Prozent der Stimmen durch. Die Unabhängigkeitsgegner blieben der Abstimmung mehrheitlich fern. Genau eine Woche nach dem Referendum gingen sie am Sonntag in Barcelona erstmals massiv auf die Straßen, um gegen die Abspaltungspläne zu demonstrieren.

Puigdemont betonte im Interview, zwischen Barcelona und Madrid gebe es überhaupt keinen Dialog. „Das ist schon seit langem so, weil sie (die Angehörigen der Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy) sich davor drücken, über dieses Thema zu sprechen.“ Wann er die Unabhängigkeit ausrufen wird, sagte Puigdemont aber nicht.




Kommentieren