Letztes Update am Mo, 09.10.2017 08:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen zur Eröffnung wenig Bewegung erwartet



Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Europas Leitbörsen dürften am Montag vorerst mit wenig Bewegung eröffnen. Der Euro-Stoxx-50 wurde zuletzt um 0,15 Prozent tiefer indiziert. Beim DAX in Frankfurt wird hingegen eine etwas höhere Eröffnung erwartet, womit der deutsche Leitindex einen weiteren Versuch zur Überwindung der Rekordmarke von 13.000 Punkten starten könnte.

Der X-DAX als vorbörslicher Indikator für den DAX stand rund eine Dreiviertelstunde vor Börsenbeginn mit 0,18 Prozent im Plus bei 12.979 Punkten. Am Freitag hatte sich das Börsenbarometer der runden Marke bereits stark genähert und bei 12.993,53 Punkten den bisher höchsten Stand in seiner Geschichte erklommen. Auftrieb könnten die Daten zur Industrieproduktion geben, denn das verarbeitende Gewerbe in Deutschland weitete seine Produktion im August deutlich stärker als erwartet aus. Gescheitert war der DAX vor dem Wochenende vor allem, nachdem der wichtige US-Arbeitsmarktbericht in puncto Beschäftigungsentwicklung enttäuscht hatte und Rückenwind von den rekordverwöhnten US-Börsen ausgeblieben war.

Auch in Großbritannien zeichnen sich leichte Kursgewinne ab: Der FTSE-100 könnte um 0,12 Prozent höher bei 7.514 Einheiten eröffnen. Am Freitag hatte der britische Leitindex in einem verhaltenen europäischen Börsenumfeld leicht zugelegt.

Von der Konjunkturseite dürften an diesem Tag nach Ansicht des Analysten Dirk Gojny von der National-Bank in Essen allerdings die China-Daten nachdenklich stimmen. Dort hatte sich die Stimmung bei kleineren und privaten Dienstleistern im September wieder eingetrübt.

Auch Neuigkeiten zur schwelenden Katalonien-Krise in Spanien und entsprechende Reaktionen des Eurokurses dürften im Fokus bleiben, denn allen Protesten zum Trotz hält Regionalregierungschef Carles Puigdemont an den Unabhängigkeitsplänen für die Region Katalonien fest. Es wird erwartet, dass er die Unabhängigkeit bei einer Rede am Dienstagabend im Parlament in Barcelona verkünden könnte.

Unter den Einzelwerten dürften die Aktien von Airbus Aufmerksamkeit auf sich ziehen und schwach starten. Vorstandschef Tom Enders bereitet seine Belegschaft wegen Verdachts auf Korruption und Schmiergelder in Millionenhöhe auf schwere Zeiten vor. „Das dürfte (...) ein langer Weg werden, und die Möglichkeit schwerwiegender Konsequenzen, einschließlich erheblicher Strafen für das Unternehmen ist durchaus gegeben“, heißt es in einem Brief von Enders, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Ein Sprecher des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns sagte am Sonntag, Enders selbst stehe außer Verdacht.

Die Aktien der Commerzbank dagegen könnten davon profitieren, dass auch die französische Bank Credit Agricole im Falle eines Falles an der deutschen Branchenkollegin interessiert wäre. Er würde den Auftritt auf dem deutschen Markt gerne deutlich ausbauen, sagte Vorstandschef Philippe Brassac dem „Handelsblatt“ (Montag). Dabei würde er auch einen Blick auf die Commerzbank werfen, sollte das Frankfurter Geldhaus tatsächlich als Übernahmeziel auf den Markt kommen. Zuvor waren bereits die italienische Unicredit und die französische BNP Paribas als mögliche Käufer von Beobachtern ins Spiel gebracht worden.

Eine Studie des Bankhauses Lampe könnte die Aktien der Allianz belasten, da diese das Papier des Versicherers von „Kaufen“ auf „Halten“ abgestuft hat.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA049 2017-10-09/08:40




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