Letztes Update am Mo, 09.10.2017 11:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rotes Kreuz schließt Büros im umkämpften Nordafghanistan



Kabul (APA/dpa) - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) schließt seine Büros in den mit den radikalislamischen Taliban schwer umkämpften nordafghanischen Provinzen Kunduz und Faryab. Das bestätigte am Montag der Sprecher des IKRK in Kabul, Thomas Glass. Außerdem werde das Büro in der nordafghanischen Provinz Balkh „stark verkleinert“.

Grund sei eine Reihe schwerer Sicherheitsvorfälle im Norden in den vergangenen Monaten, sagte Glass. Erst vor knapp vier Wochen hatte ein Patient im Orthopädie-Zentrum des IKRK in Balkh eine spanische Therapeutin erschossen. Sein Motiv blieb unklar. Im Februar hatten unbekannte Bewaffnete sechs afghanische Mitarbeiter in der Nordprovinz Jowzjan erschossen und zwei entführt.

Afghanische Sicherheitskräfte beschuldigten die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), Beweise gab es aber nicht. Schon damals suspendierte das IKRK viele seiner Programme. Im Dezember war ein spanischer Mitarbeiter in Kunduz entführt worden. Auch hier wurde nicht klar, wer die Täter waren.

Das IKRK sehe derzeit „eine Menge verschwimmender Grenzen“ zwischen Konfliktparteien und „viele Graubereiche“, in denen schwer zu arbeiten sei, sagte Glass. Der Dialog mit allen Beteiligten am Krieg gehe weiter. „Aber die Sicherheit unserer Mitarbeiter geht vor.“

Das Rote Kreuz hat lange bei allen Konfliktparteien im Land einen besonderen Schutzstatus genossen. Bisher hatte es etwa 2.000 Mitarbeiter und arbeitete in den Bereichen Gesundheitsfürsorge, Menschenrechte und Nothilfe. Neun Büros bleiben offen.




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