Letztes Update am Mo, 09.10.2017 11:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fortum will keine betriebsbedingten Kündigungen bei Uniper



Düsseldorf (APA/AFP/Reuters) - Der finnische Energieversorger Fortum schließt einem Medienbericht zufolge betriebsbedingte Kündigungen nach der Übernahme der verbliebenen Uniper-Anteile vom deutschen Energiekonzern E.ON aus. „Wir sind mit E.ON eine bindende Vereinbarung eingegangen“, sagte Fortum-Chef Pekka Lundmark der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vom Montag.

Teil dieser schriftlichen Vereinbarung seien auch „klare Verpflichtungen gegenüber den Arbeitnehmern“. „Wir sagen zu, dass die Uniper-Zentrale in Düsseldorf bleibt“, sagte Lundmark der Zeitung weiter. „Wir stehen zu allen Vereinbarungen, die Uniper mit der Belegschaft getroffen hat“. Der finnische Konzern werde Uniper „nicht zu betriebsbedingten Kündigungen veranlassen“. Zudem sei „keine Übernahme“ geplant, bekräftigte Lundmark.

E.ON hatte im September angekündigt, sich komplett von seinem konventionellen Stromgeschäft trennen zu wollen und mitgeteilt, dass sich der Energiekonzern mit Fortum in „fortgeschrittenen Gesprächen“ über den Verkauf seiner verbliebenen Uniper-Anteile befinde. E.ON hatte sein Geschäft mit Strom aus Kohle und Gas vergangenes Jahr an Uniper ausgegliedert und konzentriert sich selbst seitdem auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen.

Dass es Uniper gelingt, einen anderen Investor zu finden, glaubt Lundmark nicht. „Ein weißer Ritter hätte kaum Chancen“, sagte der Fortum-Chef der „Rheinischen Post“ weiter. „Wir haben einen bindenden Vertrag: Falls der E.ON-Konzern seinen Anteil nicht andienen sollte, muss er uns mindestens 750 Millionen Euro Ausfallgebühr zahlen“, sagte er. „Da müsste ein weißer Ritter E.ON schon sehr viel mehr bieten.“

Fortum schließt eine Erhöhung des Angebots für den Energiekonzern Uniper aus. „Wir werden definitiv nicht aufstocken“, sagte Lundmark der Zeitung. „22 Euro ist und bleibt unser letztes Angebot. Wir werden sehen, wie viele Uniper-Aktionäre es annehmen“.

Fortum will dem Uniper-Hauptaktionär E.ON dessen verbliebenes Anteilspaket von 47 Prozent abkaufen. E.ON will Anfang 2018 entscheiden, ob er dem Deal zustimmt, der rund 3,8 Mrd. Euro in seine Kasse spülen würde. Der von E.ON abgespaltene Kraftwerksbetreiber Uniper kritisiert das Vorhaben. „Dies ist ein feindlicher Vorstoß von Fortum“, sagte Firmenchef Klaus Schäfer.

Fortum-Chef Lundmark sagte weiter, sein Unternehmen habe schon Kontakt mit den zuständigen Kartellbehörden aufgenommen. „In der Tat benötigen wir mindestens die Zustimmung der Kartellbehörden in den USA und Russland sowie von der EU-Kommission. Wir haben auch bereits erste informelle Gespräche mit den Behörden geführt. Ich bin zuversichtlich, dass wir alle Fragen beantworten können“, sagte er der Zeitung.

~ ISIN DE000UNSE018 DE000ENAG999 WEB https://www.uniper.energy

http://www.eon.com/ ~ APA149 2017-10-09/11:31




Kommentieren