Letztes Update am Mo, 09.10.2017 12:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SAF-Holland kommt Nachfrage in USA nicht hinterher



München (APA/Reuters) - Der deutschl-amerikanische Nutzfahrzeugzulieferer SAF-Holland ist nach einer Werksschließung in den USA vom Nachfrageschub vor Ort kalt erwischt worden. In der wichtigen Region Amerika fielen rund 4 Mio. Euro an ungeplanten Mehrkosten an, etwa für kurzfristig benötigte zusätzliche Mitarbeiter oder deutlich teurere Transporte.

Im dritten Quartal schrumpften deshalb Betriebsgewinn und Marge, wie SAF-Holland mit Firmensitz in Luxemburg am Montag mitteilte. Weil im Schlussquartal weitere Extrakosten für die Restrukturierung in den USA zu erwarten seien, schraubte der Zulieferer die Renditeerwartungen fürs Gesamtjahr nach unten. An der Börse reagierten die Anleger schockiert: Die Aktie des deutsch-amerikanischen Konzerns brach um elf Prozent ein.

Der Hersteller von Achsen, Kupplungen oder Federungen für Trailer, Lkw oder Busse will seine Produktion in den USA straffen. Eines von bisher sieben Werken wurde bis Ende September geschlossen, ein weiteres soll bis Jahresende dicht gemacht werden. Als Kunden aus der Truck- und Trailerindustrie in den USA kurzfristig mehr bestellten, kam die Produktion nicht hinterher und musste für viel Geld angeschoben werden. Auch bessere Geschäfte in Europa konnten die Mehrkosten in Amerika nicht ausgleichen.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank im dritten Quartal nach vorläufigen Zahlen auf rund 20,9 Mio. Euro; vor Jahresfrist standen noch 21,6 Mio. Euro zu Buche. Die Rendite (bereinigte Ebit-Marge) sackte auf 7,5 (Vorjahr: 8,4) Prozent ab. Im Gesamtjahr werde sie eher am unteren Ende der angekündigten Bandbreite von acht bis neun Prozent liegen; bis jetzt war die Mitte angepeilt. Für die Restrukturierung in den USA rechnet SAF-Holland jetzt mit Kosten von 11 bis 12 Mio. US-Dollar (9,4 bis 10,3 Mio. Euro) statt wie bisher mit 10 Mio. Dollar.

Beim Umsatz ist der Zulieferer nach kräftigem Wachstum im bisherigen Jahresverlauf für 2017 zuversichtlicher: Die Prognose für die Erlöse wurde auf 1,125 bis 1,135 Mrd. Euro erhöht. Im dritten Quartal legte der Umsatz um 8,3 Prozent zu auf gut 277 Mio. Euro.




Kommentieren