Letztes Update am Mo, 09.10.2017 12:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Türkische Wirtschaft fordert Lösung im Visa-Streit mit den USA



Istanbul (APA/Reuters) - Die türkische Wirtschaft befürchtet negative Folgen für ihre Geschäfte durch den Visa-Streit des Landes mit den USA. Diplomatische Bemühungen zur Lösung der Krise müssten umgehend gestartet werden, forderte der Spitzenverband TUSIAD am Montag. Andernfalls könnten die Beziehungen zwischen beiden Ländern Schaden nehmen.

An den Börsen gab es bereits Turbulenzen: Der Leitindex der Istanbuler Börse rutschte zu Wochenbeginn um zeitweise 4,7 Prozent auf ein 16-Wochen-Tief von 99.210 Punkten ab. Zudem warfen Anleger in hohem Bogen die türkische Lira aus ihren Depots.

Nach der Festnahme eines US-Konsulatsangestellten in der Türkei haben beide Länder die gegenseitige Visa-Erteilung ausgesetzt. Es sei nötig, neu zu bewerten, wie sich die Türkei der Sicherheit der US-Vertretungen und ihrer Mitarbeiter verpflichtet fühle, erklärte die US-Botschaft in Ankara am Sonntag. Wenig später kündigte die türkische Vertretung in Washington den gleichen Schritt an.

In der vergangenen Woche hatten die türkischen Behörden einen Mitarbeiter des US-Konsulats in Istanbul festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen, Verbindungen zu dem in den USA lebenden türkischen Geistlichen Fethullah Gülen zu haben. In ihm sieht die Türkei den Drahtzieher des Putschversuchs im vergangenen Jahr. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge soll es sich bei dem Festgenommenen um einen türkischen Staatsbürger handeln.




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