Letztes Update am Mo, 09.10.2017 13:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erzgebirge-Lithium Streitthema im tschechischen Wahlkampf



Prag (APA/dpa) - Die Kontrolle über Lithium-Vorkommen im Erzgebirge ist überraschend zu einem Streitthema im tschechischen Parlamentswahlkampf geworden. Die Opposition forderte am Montag die Einberufung einer Sondersitzung des Abgeordnetenhauses in Prag.

Im Mittelpunkt der Kritik steht ein Memorandum, das Industrieminister Jiri Havlicek von den Sozialdemokraten (CSSD) vor kurzem mit der australischen Fördergesellschaft European Metal Holdings (EMH) unterzeichnet hatte.

Havlicek betonte, der Staat gehe mit der Absichtserklärung über eine künftige Lithium-Förderung in Cinovec (Böhmisch Zinnwald) noch keine rechtlichen Verpflichtungen ein. Der liberal-populistische Politiker und derzeitige Umfragefavorit Andrej Babis warf den Sozialdemokraten indes „Raub am helllichten Tag“ vor. Das Lithium müsse in der Hand des Staates bleiben, forderte der 63-Jährige.

In Tschechien wird am 20. und 21. Oktober ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Lithium wird unter anderem bei der Herstellung von Batterien für Elektroautos benötigt. Die Vorkommen des Leichtmetalls auf der tschechischen Seite des Erzgebirges gelten als die größten in Europa. Die EMH-Tochterfirma Geomet rief in einer Erklärung zur Sachlichkeit auf: „Wir müssen leider feststellen, dass es in dieser Debatte überhaupt nicht mehr um reale Fakten geht.“




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