Letztes Update am Mo, 09.10.2017 13:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zwei Jahre Haft für Mietwagenfahrer wegen Vergewaltigungsversuchs



Korneuburg/Schwechat (APA) - Wegen versuchter Vergewaltigung eines weiblichen Fahrgastes ist ein Mietwagenfahrer am Montag am Landesgericht Korneuburg zu zwei Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der 22-Jährige hatte zuerst angegeben, die Chinesin hätte ihm als Fuhrlohn zum Flughafen sexuelle Dienste angeboten, dann aber - nach ihrer Befragung via Skype aus Hongkong - doch eingestanden, sie bedrängt zu haben.

Er nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Damit ist das Urteil des Schöffensenats nicht rechtskräftig.

Am 24. Dezember 2016 wollte die junge Frau nach ihren Angaben mit dem Zug zum Airport fahren, verpasste aber den richtigen Ausstieg. Da die Zeit bis zum Abflug ihrer Maschine nach Dubai schon knapp war und sie kein Taxi fand, versuchte sie, einen Richtung Schwechat fahrenden Wagen anzuhalten. Als der Angeklagte sie aufnahm, bot sie ihm mit dem Hinweis, es eilig zu haben, 50 bis 100 Euro an.

Auf dem Flughafenareal sei der Mann dann auf einem abgelegenen Parkplatz - Hunderte Meter vom Terminal entfernt - stehen geblieben, zu ihr in den Fonds geklettert und habe versucht, sie zu küssen und ihr unter den Rock zu greifen. Da die Autotüren versperrt waren, konnte sie nicht flüchten, setzte sich aber heftig zur Wehr und stieß ihn weg, als er ihren Kopf nach unten drückte und sie - laut Anklage - zum Oralverkehr aufforderte.

Sie habe ihm klar zu verstehen gegeben, dass sie keinen Sex wolle, aber versucht, in der Situation die Ruhe zu bewahren, schilderte die Chinesin. Aufgrund ihres Widerstandes ließ der Mann schließlich von seinem Vorhaben ab und brachte sie zur Abflughalle. Dort erzählte die Touristin dann Angestellten der Emirates Airlines weinend von dem Vergewaltigungsversuch.

Der türkischstämmige Beschuldigte hatte zu Prozessbeginn davon gesprochen, sie hätte ihm einen „hand-job“ in Aussicht gestellt. „Es ist halt passiert“, räumte er dann nach ihrer Aussage zerknirscht ein. Sein Anwalt sprach von einem wohl einmaligen Ausrutscher seines unbescholtenen Mandanten und ersuchte um Milde.

Aus Sicht des Schöffensenats war bei der Urteilsbemessung u.a. mildernd, dass es beim Versuch geblieben war. Andererseits merkte der Richter an, dass derartige Übergriffe sexueller Natur durch Taxi- oder Mietwagenfahrer in letzter Zeit überhandnehmen würden.




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