Letztes Update am Mo, 09.10.2017 13:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italiens Frächter klagen über Konkurrenz aus Osteuropa



Rom (APA) - Die italienischen Frächter klagen über Konkurrenz aus Osteuropa. Im Zeitraum 2016-2018 sei mit einem Wachstum des Straßenverkehrs von 4 Prozent und des Bahnverkehrs von 5 Prozent zu rechnen, doch osteuropäische Speditionsfirmen kontrollieren den italienischen Markt mit einem Anteil von 55 Prozent, berichtete der italienische Frächterverband Conftrasporto am Montag.

Die Kosten osteuropäischer Frächter seien wesentlich niedriger als jene der italienischen Konkurrenz. „Osteuropäische Unternehmen sind von weniger Lohnnebenkosten und weniger Regeln belastet. Der Steuerdruck ist niedriger“, klagte Conftrasporto in einer Presseaussendung. Viele italienische Speditionsfirmen seien zur Auslagerung gezwungen, um zu überleben. Zugleich würden ausländische Unternehmen immer stärker in Italien Fuß fassen.

Engpässe im Logistikbereich und Ineffizienz im Straßensystem würden Italiens Frächter stark belasten. Daher drängten die Frächter die Regierung in Rom zu einem strategischen Plan für Verkehr, Logistik und Mobilität. Damit solle man Italiens Frächtern ermöglichen, mit der ausländischen Konkurrenz Schritt zu halten.

In den Krisenjahren zählte die Transportbranche zusammen mit der Bauindustrie zu den größten Leidtragenden. Das Speditionswesen hat in Italien seit 2009 rund 60.000 Unternehmen verloren. Zudem haben italienische Transporteure besonders stark die Konkurrenz durch die EU-Erweiterung zu spüren bekommen.

In den letzten Jahren hat der Warenverkehr in Italien wieder zugenommen und ist von 437 Milliarden Tonnenkilometer im Jahr 2015 auf 448 Milliarden Tonnenkilometer gewachsen. Von diesem Anstieg profitiere jedoch vor allem die osteuropäische Konkurrenz, bemängelte Conftrasporto.




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