Letztes Update am Mo, 09.10.2017 14:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Serbien verzichtet vorerst auf Fragen an EU-Kommission zu Katalonien



Belgrad/Madrid/EU-weit (APA) - Serbien will zumindest vorerst auf die angekündigten Fragen an die EU-Kommission wegen deren Standpunkt zur angestrebten Unabhängigkeit Kataloniens verzichten. Serbische Spitzenpolitiker hatten mit Blick auf den Kosovo, dessen Unabhängigkeit Belgrad im Gegensatz zum Großteil der EU-Staaten nicht anerkennt, die Reaktion der Brüsseler Behörde auf die Geschehnisse in Katalonien scharf kritisiert.

Bereits am Montag hatte Ministerpräsidentin Ana Brnabic den Standpunkt der EU-Kommission, die das Referendum als „nicht legal“ bezeichnete und die Situation in Katalonien und dem Kosovo „nicht vergleichen“ wollte, angeprangert. Serbische Politiker warfen der Brüsseler Behörde „Doppelmoral“ vor. Daraufhin erstellte Belgrad einen Fragekatalog.

Dass das von der serbischen Regierung bereits verfasste Schreiben nun vorerst nicht an die EU-Kommission geschickt werde, liege auch am Respekt für Spanien, erklärte der serbische Präsident Aleksandar Vucic am Montag. Madrid hätte darum gebeten, sagte Vucic, um die Situation in dem Land nicht weiter zu verschlechtern.

Der Kosovo hatte im Februar 2008 einseitig Unabhängigkeit von Serbien verkündet. Spanien gehört zu den fünf EU-Staaten die den Status ebenfalls nicht anerkennen. Belgrad hatte nach dem vom spanischen Verfassungsgericht untersagten Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien seine Unterstützung für die Zentralregierung in Madrid bekundet.




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