Letztes Update am Mo, 09.10.2017 14:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fipronil-Skandal bringt heimischen Bauern höhere Eierpreise



Linz (APA) - Einen positiven Effekt hat der Fipronil-Skandal den heimischen Ei-Erzeugern gebracht. Wegen der massenweise Tötung von Legehennen in Europa, ist laut Landwirtschaftskammer OÖ ein gewisser Engpass bei Eiern entstanden, weshalb die Preise für die Bauern nach drei Jahren angehoben werden. Erneut forderte Präsident Franz Reisecker am Montag in Linz eine Kennzeichnungspflicht für Eiprodukte.

Seit drei Jahren liegt der Nettopreis für 100 Eier für Bauern je nach Haltungsart der Hennen zwischen rund 7,91 und 16,43 Euro. Das sei für die Landwirte das untere Limit, nun komme es zu einer Erhöhung. Wie hoch diese ausfallen wird und ob auch die Händler mit den Preisen anziehen, konnte Reisecker aber nicht sagen.

Gleichzeitig teilte er in der Pressekonferenz mit, dass, auch wenn österreichische Waren nicht mit dem Insektizid belastet waren, der Anteil von frischen und verarbeiteten Eiern am heimischen Markt 15 Prozent betragen. „Sobald das Ei die Schale verlässt, ist die Stempelung weg“, erläuterte Franz Karlhuber, Obmann des Landesverbandes der Geflügelproduzenten, die Problematik. Damit ist die Herkunft nicht mehr nachvollziehbar. Kommt das Trockenei in Nudeln aus einem österreichischen Legebetrieb, wo seit Jahren die Käfighaltung verboten ist, oder stammt die Zutat aus einer Massentierhaltung aus Belgien oder Holland? Die nicht notwendige Deklarierung schwäche die Marktposition heimischer Erzeuger, meinte Reisecker.

Außerdem hätten die Konsumenten das Recht zu erfahren, woher die Rohstoffe kommen und unter welchen Bedingungen erzeugt werde. Wie sich etwa bei Frischeiern, deren Herkunft klar gekennzeichnet ist, zeige, greifen Österreicher „eindeutig“ zum heimischen Lebensmittel, so der Präsident. Inzwischen werden in Österreich auch schon rund 500.000 Legehennen privat gehalten.

Weiters sieht die Landwirtschaftskammer auch Bund und Land in der Pflicht, für ihre öffentlichen Küchen keine ausländischen Produkte mehr zu verkochen. Man verhandle gerade über die Umstellung auf österreichische Anbieter. Dies sei derzeit der „einzig wirkliche Konsumentenschutz“, so Karlhuber.




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