Letztes Update am Mo, 09.10.2017 15:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eurogruppe - Schelling lobt Schäuble und Dijsselbloem



Luxemburg (APA) - Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat vor Beginn der Eurogruppe die Arbeit des scheidenden deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble als „großartig“ gewürdigt und auch den Chef der Währungsunion, Jeroen Dijsselbloem, gelobt. Es wäre „zielführend“, wenn Dijsselbloem sein Mandat bis Jänner 2018 ausüben könnte, auch wenn in den Niederlanden demnächst eine Regierungsbildung erfolge.

Nach aktuellem Stand gebe es in der Eurogruppe die Bestimmung, dass nur ein aktiver Finanzminister Vorsitzender werden könne. „Aber es gibt keine Bestimmung, dass man, wenn man während eines Mandats den Finanzministerposten nicht mehr ausübt, zurücktreten muss oder nicht“. Daher sollte man sich Zeit nehmen, um die Nachfolge zu klären.

Auf die Frage nach einem geeigneten Nachfolger sagte Schelling, es gebe „eine Menge“. Derzeit wolle kaum jemand öffentlich die Diskussion führen. Lediglich der französische Finanzminister Bruno Le Maire habe erklärt, dass er kandidieren wolle. Der spanische Finanzminister Luis Guindos habe wiederum sagt, er wolle nicht als Kandidat zur Verfügung stehen. „Und wer weiß, wer in zwei Monaten noch aller Finanzminister in der Gruppe ist. Es hat einen großen Wechsel gegeben, weitere Wechsel gibt es zum Beispiel in Deutschland, sodass man jetzt nichts vorhersehen kann, ohne in die spekulative Falle“ zu gehen.

Befragt, was er dem Schwaben Schäuble als Vorarlberger zum Abschied sagen möchte, meinte Schelling, „er wird uns fehlen. Ich wurde im österreichischen Parlament als schwäbische Hausfrau mit Schnurrbart bezeichnet. Ich werde ihm ein Bild schicken, wie eine schwäbische Hausfrau mit Schnurrbart ausschaut, aber mich gleichzeitig bei den schwäbischen Hausfrauen entschuldigen. Die machen einen guten Job. Würde alles so gut laufen wie bei schwäbischen Hausfrauen, hätten wir keine Budgetdefizite.“

Dass Schäuble in seiner Amtszeit möglicherweise zu streng war und einiges sanfter hätte machen können, sieht Schelling „nicht so“. Schäuble sei immer sehr konstruktiv und kreativ bei der Suche nach Lösungen gewesen. Dies habe sich auch während der Griechenland-Krise gezeigt. „Er hat klare Vorstellungen und Werte, das halte ich auch für richtig. Er hat immer klargestellt, wofür er steht. Das ist ein ehrlicher Umgang miteinander“.




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