Letztes Update am Mo, 09.10.2017 18:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt knapp im Plus



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Montag in einem impulsarmen Geschäft kaum von der Stelle gerührt. Bereits die Vorgaben von den wichtigsten Überseebörsen gaben den Investoren kaum Orientierung.

Uneinheitlich fielen zudem die im Tagesverlauf veröffentlichten Konjunkturdaten aus: Während jene aus China enttäuschten, überraschten jene aus Europa eher auf der positiven Seite. Auch der Handelsstart an der Wall Street am Nachmittag brachte keinen frischen Wind. In den USA hätten Investoren den „Columbus Day“-Feiertag vermehrt für ein verlängertes Wochenende genutzt, hieß es im Handel. Entsprechend dünn seien dort die Umsätze.

Nach einen starken September und einem geglückten Start in den Oktober sei für den Schweizer Aktienmarkt eine Verschnaufpause durchaus angezeigt. Zumal mit den politischen Spannungen in Spanien, den Fragezeichen hinter dem Fortgang der Steuerreform in den USA und der langsam anlaufenden Berichtssaison der Unternehmen nicht wenige Unsicherheitsfaktoren bestünden. Jede Enttäuschung könne die heiß gelaufenen Aktienkurse ins Wanken bringen.

Der SMI stand zum Handelsschluss 0,08 Prozent höher bei 9.259,34 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte 0,10 Prozent auf 1.487,35 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,12 Prozent auf 10.571,48 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 18 im Plus, acht im Minus und vier unverändert.

Einen relativ starken Wochenauftakt legten LafargeHolcim (+1,5 Prozent) hin. Der Zementhersteller erhält mit der Französin Géraldine Picaud demnächst eine neue Finanzchefin. Sie wird Ron Wirahadiraksa ersetzen, welcher seine Karriere außerhalb von LafargeHolcim fortsetzen wird. Die Zürcher Kantonalbank bezeichnete den Wechsel als überraschend; Picaud scheine aber eine starke Erfolgsbilanz mitzubringen, hieß es in einer Einschätzung. Positiv sei zudem zu werten, dass der neue Vorstandschef Jan Jenisch sein Managementteam aktiv gestalte. Aber auch weitere Zykliker wie Logitech (+1,0 Prozent), Schindler, Dufry und Kühne+Nagel (alle +0,5 Prozent) waren gefragt.

Auffällig zeigten sich auch die schwergewichtigen Nestlé mit +0,6 Prozent. In Händlerkreisen wurden die Kursgewinne der defensiven Nahrungsmittelaktie mit den politischen Unsicherheiten in Spanien in Verbindung gebracht. Die ebenfalls eher defensiven Givaudan verteuerten sich am Tag vor der Umsatzpublikation zum dritten Quartal um 0,3 Prozent. Der Aromen- und Duftstoffhersteller eröffnet damit die Herbstberichtssaison unter den hiesigen Blue Chips.

Eine Belastung für den Index waren auf der Gegenseite die Pharmaschwergewichte Novartis (-0,1 Prozent) und Roche (-0,3 Prozent), ohne dass dazu jedoch konkrete News auszumachen waren.

Schlusslicht waren bei den Top-Werten Credit Suisse (-1,4 Prozent). Händler führten dies zum Teil auf Gewinnmitnahmen zurück, nachdem der Titel zuletzt gut im Markt lag und am Freitag ein Jahreshoch erreicht hatte. UBS (-0,1 Prozent) sind davon noch ein gutes Stück entfernt. Zudem hatten die Analysten von Kepler Cheuvreux die Credit Suisse aus ihrer viel beachteten „Swiss Top Picks“-Liste gestrichen, was den Abgabedruck verstärkt habe, hieß es.

Auch die volatilen Aryzta (-1,1 Prozent) fielen deutlich zurück. Im Blick waren auch Clariant, die am Ende mit minus 0,1 Prozent kaum verändert schlossen. Am Wochenende ließen Manager des Investors White Tale wissen, dass sie bereits im Besitz von „deutlich mehr als 15 Prozent“ der Aktien von Clariant seien und weiter zukaufen würden. White Tale will die geplante Fusion der Basler mit dem US-Rivalen Huntsman verhindern und benötigt dafür ein Drittel der Aktienstimmen auf der außerordentlichen Generalversammlung. Die Analysten von Bernstein sehen nun nach diesem Zeitungsinterview die Wahrscheinlichkeit einer Fusion von 60 Prozent auf 40 Prozent sinken.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA450 2017-10-09/18:23




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