Letztes Update am Mo, 09.10.2017 18:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schäubles letzte Eurogruppe - „Falschgeld“ zum Abschied



Luxemburg (APA/AFP) - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat bei seinem letzten Treffen der Eurogruppe eine Reihe von Geschenken bekommen. Der slowakische Finanzminister Peter Kazimir übergab in Luxemburg eine Box mit „gefälschten“ 100-Euro-Scheinen, die Schäubles Konterfei trugen.

Sein französischer Kollege Bruno Le Maire verabschiedete ihn mit einer Flasche Rotwein - einen Bordeaux Jahrgang 2004 aus den Reserven des Pariser Finanzministeriums. Alle anderen 18 Minister der Eurozone unterschrieben zudem auf einer blauen Europa-Flagge für Schäuble.

Schäuble soll Ende Oktober zum Präsidenten des neuen deutschen Bundestages gewählt werden. Er hatte in seinen acht Jahren als Finanzminister die Arbeit der Eurogruppe maßgeblich geprägt. In der Runde durchaus umstritten war sein Pochen auf einen harten Sparkurs in der Finanzkrise und die Bereitschaft, das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland aus der Eurozone ausscheiden zu lassen.

„Nichts wird ganz so wie vorher sein“, schrieb der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos nun als Widmung auf die Europaflagge. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sagte zum Auftakt des Treffens, er schätze Schäuble als „großartigen Kollegen“, der in den vergangenen Jahren immer wieder „Ratschläge erteilt“ habe - „manchmal gefragt, manchmal ungefragt“.

Schäuble sei „wirklich ein fantastischer Kerl“, sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Er sei nicht immer einer Meinung mit dem Deutschen gewesen, die Differenzen seien aber niemals unüberbrückbar gewesen. Es werde eine Zeit vor Schäuble „und ein Danach geben. Das Danach wird anders sein.“

Frankreichs Finanzminister Le Maire würdigte seinen „persönlichen Freund“ Schäuble vor laufenden Kameras auf Deutsch. Er habe „eine Hauptrolle“ in der Eurogruppe gespielt und werde diese nun in der deutschen Politik übernehmen.




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