Letztes Update am Di, 10.10.2017 08:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lars Eidinger fürchtet Angriffe vor russischer „Matilda“-Premiere



Moskau/Hamburg (APA/dpa) - Der deutsche Schauspieler Lars Eidinger (41) fürchtet vor der Premiere des umstrittenen russischen Films „Matilda“ um sein Leben. „Ich habe Angst, dass mir jemand weh tut oder ich angegriffen werde“, sagte Eidinger der Deutschen Presse-Agentur. Er spielt in dem Film von Regisseur Alexej Utschitel die Rolle des heiliggesprochenen Zaren Nikolaus II.

Wegen Drohungen gegen die Filmcrew wird Eidinger Ende Oktober nicht zu der Premiere nach Moskau reisen. „Es bricht mir das Herz, dass ich nicht nach Russland fahren kann.“ Er sei in seinem ganzen Leben noch nie mit derartigen Bedrohungen konfrontiert gewesen.

Er mache sich besonders Sorgen um seine Filmkollegen, die durch Hardliner angefeindet würden, sagte Eidinger. Regisseur Utschitel sei massiv bedroht worden, Unbekannte hätten Autos angezündet und einen Molotowcocktail in sein Büro geworfen. „Ich kann mich dem ja noch weitgehend entziehen, indem ich in Deutschland bleibe. Aber die Menschen, die in Russland kreativ sind, müssen sich diesen Ängsten jeden Tag aussetzen“, sagte Eidinger.

Der von Hardlinern angefeindete Film erzählt von der Beziehung zwischen dem russischen Thronfolger und späteren letzten Zaren Nikolaus II. mit der polnischen Tänzerin Matilda Kschessinskaja. Kritiker verurteilen den Historienstreifen als Sakrileg, weil der 1918 ermordete Zar von der russisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen worden ist. Aktivisten drohten Kinos mit Brandstiftung. Große Kinoketten wollen den Film, der am 26. Oktober anlaufen soll, aus Sicherheitsgründen nicht zeigen




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