Letztes Update am Di, 10.10.2017 10:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Toter Rekrut - Schütze laut Ausbildner „nur positiv aufgefallen“



Wien (APA) - Große Bestürzung herrschte am Dienstag beim österreichischen Bundesheer nach dem tödlichen Kopfschuss in einem Amtsgebäude in Wien-Leopoldstadt. Vor allem der Ausbildner des 22-jährigen Schützen zeigte sich betroffen. Der junge Mann sei der „beste Soldat, den er in den letzten Jahren hatte“ und bisher „nur positiv aufgefallen“, berichtete Oberst Michael Bauer vom Verteidigungsministerium der APA.

Der 22-jährige Salzburger wurde zwei Monate lang zum Wachkommandanten ausgebildet. Dabei wurde er auch im Umgang mit der Waffe angelernt. Der 20-Jährige, der von dem Schuss des Salzburgers tödlich getroffen wurde, erhielt eine vierwöchige Basisausbildung und wurde dann drei Wochen zum Wachsoldaten ausgebildet, sagte Bauer.

Normalerweise schieben drei Soldaten 24 Stunden lang Wache. In dem Fall waren der Wachkommandant - der Zeuge -, der 22-Jährige als sein Stellvertreter und der 20-jährige Wachsoldat im Einsatz. Der Dienst begann zu Mittag. Sieben Stunden später fiel in dem Wachcontainer der Schuss.

Wie es zu dem schrecklichen Vorfall kommen konnte, untersucht die Polizei derzeit noch. Aber auch das Bundesheer hat eine Untersuchung eingeleitet.

Ausgerüstet sind die Soldaten mit einem Sturmgewehr 77. Sie haben die Verpflichtung, die Waffe halb geladen bei sich zu tragen. Das heißt, das Magazin mit der Munition ist zwar angesteckt, doch sollte abgedrückt werden, löst sich kein Schuss. Dafür muss die Waffe zunächst geladen und abgedrückt werden.

Das Bundesheer hat nach dem tödlichen Schuss den heerespsychologischen Dienst und militäreigene Peers als Ersthelfer eingeschaltet, um vor allem dem Zeugen des Schussvorfalls zur Seite zu stehen. Dieser Dienst wurde aber auch allen anderen Kameraden angeboten. Auch dem Heer war kein schwelender Konflikt zwischen dem 20- und dem 22-Jährigen bekannt.




Kommentieren