Letztes Update am Di, 10.10.2017 11:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fall Lucile: Mordanklage in Deutschland erhoben



Freiburg/Innsbruck (APA) - Im Fall der beiden getöteten jungen Frauen in Kufstein und Endingen hat die Staatsanwaltschaft in Deutschland Mordanklage gegen den tatverdächtigen 40-jährigen Rumänen erhoben. Dem Mann wird zudem besonders schwere Vergewaltigung zur Last gelegt, berichteten deutsche Medien. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck wartet indes noch auf Ermittlungsergebnisse aus Deutschland.

Man erwarte, dass diese demnächst eintreffen, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Hansjörg Mayr der APA. Dann werde man auch in Österreich das Verfahren gegen den Tatverdächtigen abschließen. Wann Anklage erhoben werde, könne man derzeit noch nicht sagen. Mayr ging davon aus, dass zunächst der Prozess in Deutschland abgehalten wird und dann jener in Innsbruck.

„Es gibt eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass noch 2017 über ein mögliches Verfahren entschieden wird“, sagte indes ein Sprecher des Landgerichts in Freiburg am Dienstag. Falls dies geschehe, wäre ein Prozessbeginn vor Jahresende „der Wunsch“. Derzeit laufe das sogenannte Zwischenverfahren, sagte der Sprecher weiter. Der Verdächtige und seine Verteidigung hätten Zeit für mögliche Anmerkungen zur Anklageschrift. Parallel prüfe das Landgericht die Verfahrenseröffnung.

Der im Juni des heurigen Jahres festgenommene rumänische Fernfahrer soll für den Tod einer 27-jährigen Joggerin in Endingen und den Tod der französischen Austauschstudentin Lucile K. in Kufstein verantwortlich sein. Die 27-jährige Deutsche war am 10. November 2016, vier Tage nach ihrem Verschwinden, tot in einem Waldstück nahe ihrem Wohnort gefunden worden. Die Frau wurde vergewaltigt und umgebracht.

Die Leiche der Französin, die aus der Gegend von Lyon stammte und im Rahmen eines Auslandssemesters in Kufstein studiert hatte, war am 12. Jänner 2014 von Polizisten am Ufer des Inn entdeckt worden. Todesursache waren laut Obduktion heftige Schläge auf den Kopf. Taucher fanden schließlich die Tatwaffe im Inn.




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