Letztes Update am Di, 10.10.2017 11:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


IG Metall will kürzere Arbeitszeiten und 6 Prozent mehr Geld



Frankfurt (APA/dpa/Reuters) - Mehr als 20 Jahren nach Vollendung der 35-Stunden-Woche will die IG Metall erstmals wieder kürzere Arbeitszeiten durchsetzen. In den Tarifverhandlungen für die deutsche Metall- und Elektroindustrie verlangt die Gewerkschaft neben 6 Prozent mehr Geld die grundsätzliche Möglichkeit für alle Beschäftigten, zwei Jahre lang ihre Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden zu reduzieren.

Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder und pflegende Familienangehörige sollen für den entgangenen Lohn zudem Ausgleichszahlungen in unterschiedlicher Höhe erhalten.

Eine entsprechende Forderungsempfehlung hat der Vorstand der IG Metall am Dienstag in Frankfurt beschlossen. Die endgültige Entscheidung liegt in zwei Wochen bei den regionalen Tarifkommissionen, die aber in aller Regel nicht mehr von der Empfehlung des Vorstands abweichen. Warnstreiks im wichtigsten Industriezweig Deutschlands sind ab dem 1. Jänner kommenden Jahres möglich.

Die Arbeitgeber haben schon im Vorfeld erklärt, dass sie Arbeitszeitverkürzungen angesichts des Fachkräftemangels ablehnen.

Die Konjunktur im größten deutschen Industriezweig bleibt nach Einschätzung der Gewerkschaft in Schwung. Angesichts des ungebrochenen Wachstums der Branche und einer schwungvollen Konjunktur sei die Größenordnung mehr als angemessen, sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann. „Es gibt keinen Grund zu Zurückhaltung“, ergänzte er. Die 3,9 Millionen Beschäftigten erwarteten, dass sie angemessen am Erfolg beteiligt würden.




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