Letztes Update am Di, 10.10.2017 11:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


BGH prüft Ausnahme von Entschädigungspflicht für gestrichenen Flug



Karlsruhe (APA/dpa) - Annulliert eine Airline eine Verbindung, muss sie Passagieren eine Entschädigung zahlen - Ausnahmen davon wird der Bundesgerichtshof (BGH) wohl eng auslegen. Das zeichnete sich bei einer mündlichen Verhandlung am Dienstag in Karlsruhe ab.

In dem Fall wollten die Kläger mit Singapore Airlines von Frankfurt nach Singapur und weiter nach Sydney fliegen. Den ersten Flug strich die Airline und bot als Ersatz an, mit einer anderen Gesellschaft zu fliegen. Dieser Ersatzflug verzögerte sich aber um 16 Stunden. Die Kläger kamen mit einer Verspätung von 23 Stunden in Sydney an.

Der BGH muss nun klären, ob Singapore Airlines deshalb eine Entschädigung zahlen muss, obwohl sie einen Ersatzflug angeboten hatte. Er neigte dazu, Fluggesellschaften nur dann von der Entschädigungspflicht für einen gestrichenen Flug zu befreien, wenn der angebotene Ersatzflug es dem Passagier auch tatsächlich ermöglicht, allenfalls mit geringfügiger Verspätung anzukommen.

Ein Urteil soll gegen 15.30 Uhr verkündet werden. (Az.: X ZR 73/16)




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