Letztes Update am Di, 10.10.2017 12:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Attensam nimmt nach Rekordumsatz KMU in den Fokus



Wien (APA) - Der Wiener Hausbetreuer Attensam steigerte im Geschäftsjahr 2016/17 den Umsatz um 8,2 Prozent auf den Rekordwert von 63,7 Mio. Euro. Das Eigenkapital lag bei 43,5 Prozent. Künftig will sich Firmenchef Oliver Attensam verstärkt um die Betreuung mittelständischer Unternehmen kümmern und die Haustechnik weiter ausbauen. Zukäufe sind keine geplant, aber das organische Wachstum soll weiter gehen.

Wobei dieses - insbesondere in Westösterreich - durch den Personalmangel gebremst werde. Grund sei nicht die mangelnde Ausbildung, sondern dass sich schlicht zu wenige Interessenten melden. „Im Westen haben wir Vollbeschäftigung“, so Attensam am Dienstag vor Journalisten.

Mangelnde Grundkenntnisse, insbesondere in Deutsch und in Umgangsformen, gleiche das Unternehmen durch eigene Kurse aus. 55 Prozent der 1.144 Mitarbeiter an 21 Standorten haben Migrationshintergrund. Wobei ein sehr kleiner Teil - „zum Teil ganz hervorragende Mitarbeiter“, so Attensam - an Deutschkursen schlicht kein Interesse habe.

Die Anhebung des Mindestlohnes auf 1.500 Euro brutto werde auf das Unternehmen keinen Einfluss haben, da man dieses Lohnniveau ohnehin größtenteils erreicht habe. Auch der geplanten Angleichung von Arbeitern und Angestellten steht Attensam grundsätzlich positiv gegenüber. Wobei die Änderungen bei den Kündigungsfristen in einer dynamischen Branche wie der Hausbetreuung schon eine Herausforderung seien.

Neben dem Fokus auf Klein- und Mittelbetriebe (KMU) sowie Haustechnik will sich der Firmenchef auch auf die Digitalisierung konzentrieren, die immer wichtiger werde. Als Beispiel nannte er die Fernüberwachung der Fahrzeuge für den Winterdienst. „Das größte Problem ist die Batteriespannung. Wir haften persönlich für die Flächen, die wir betreuen“, so Attensam. Knapp 1,5 Mio. Euro investiert der Hausbetreuer jährlich in die EDV.

Fast so hoch ist auch die Summe, die Attensam für Marketing aufwendet, unter anderem für einen neuen TV-Spot. Es werde immer wichtiger, eine breite Masse anzusprechen, da die Zahl der Wohnungseigentümer steige und sie die Wahl der Reinigungsfirma in ihrem Haus selbst in die Hand nehmen - und nicht mehr so sehr den Hausverwaltungen überlassen.

Attensam, nach Eigenangaben heimischer Marktführer bei der Wohnimmobilienbetreuung, ist zuletzt vor allem in den südlichen Bundesländern gewachsen, zwei Drittel des Umsatzes werden aber nach wie vor in Wien erwirtschaftet. „Unser langfristiges Ziel ist es, die Hälfte des Jahresumsatzes außerhalb von Wien zu erwirtschaften. Es gibt noch genügend Wachstumspotenzial und wir werden dieses konsequent ausschöpfen“, betonte Attensam.

Bei der Kundenstruktur dominierten die Hausverwaltungen (64 Prozent), gefolgt von Gewerbekunden (23 Prozent), öffentlichen Stellen (9 Prozent) und privaten Haushalten (4 Prozent). Besonders gut hat sich laut Firmenchef der Unternehmensbereich „Haustechnik“ mit einem Umsatzplus von 23,8 Prozent entwickelt.

Wobei Attensam auf ein, in der Öffentlichkeit weniger bekanntes, Problem hinweist: „Sie werden nicht glauben, wie viel Wasser in alten Kellern versickert.“ Schuld seien desolate Leitungen.

~ WEB https://www.attensam.at/ ~ APA224 2017-10-10/12:16




Kommentieren