Letztes Update am Di, 10.10.2017 13:40

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Zeitung: Großbritannien erwägt nach Brexit Beitritt zur NAFTA



London (APA/Reuters/dpa) - Großbritannien könnte einem Zeitungsbericht zufolge dem Freihandelsabkommen der Staaten Nordamerikas (NAFTA) beitreten, falls nach dem Brexit kein Handelsvertrag mit der Europäischen Union zustande kommen sollte. Minister der Regierung würden sich diese Möglichkeit anschauen, berichtete der „Daily Telegraph“ am Dienstag.

Die Erwägung gelte für den Fall, dass die Gespräche über ein Freihandelsabkommen mit der EU scheitern sollten. Die britische Regierung peilt das Abkommen im Anschluss an den Brexit an, um die heimische Wirtschaft nach dem EU-Austritt 2019 nicht vom Rest der EU abzuschneiden.

Das Freihandelsabkommen NAFTA wurde 1994 zwischen den USA, Kanada und Mexiko geschlossen. Der Vertrag wird derzeit überarbeitet. US-Präsident Donald Trump hat mit dem Austritt aus der Vereinbarung gedroht, weil er darin Nachteile für sein Land sieht.

Sollte bis Ende März 2019 kein neues Abkommen mit der EU geschlossen sein, müssten sich die Handelsbeziehungen nach den Regeln der Welthandelsorganistation (WTO) richten, heißt es in einem Positionspapier, das am Montagabend veröffentlicht wurde.

Um lange Staus besonders an den Fährhäfen zu verhindern, wolle London Zollkontrollen für Waren aus der EU im Hinterland abwickeln, heißt es in dem Papier weiter. Auf Pakete müsse in Zukunft eine Mehrwertsteuer erhoben werden.

London will sich damit für ein Scheitern der festgefahrenen Brexit-Gespräche rüsten, die derzeit in Brüssel in der fünften Runde fortgesetzt werden. Kommentatoren sehen hinter dem Schritt den Versuch, Druck auf die EU aufzubauen. Die Regierung in London betonte, ein EU-Austritt ohne Abkommen sei nicht das Ergebnis, das man sich wünsche. Brexit-Minister David Davis sollte am Dienstag nach Brüssel reisen, um an den Gesprächen teilzunehmen.

Unterdessen wollten Spekulationen über eine anstehende Kabinettsumbildung in London nicht abreißen. Britischen Medien zufolge erwägt die angeschlagene Premierministerin May ihre Position durch eine Rochade im Kabinett zu festigen. Im Zentrum der Spekulationen steht Außenminister Boris Johnson, der die Regierungschefin in den vergangenen Wochen mehrfach düpiert hatte. Er könnte auf einen anderen Posten im Kabinett versetzt werden, heißt es.

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## Internet - [Positionspapier zu Zöllen - Englisch](http://dpaq.de/QuBzv)

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