Letztes Update am Di, 10.10.2017 13:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Digitalsteuer - Schelling für dreijähriges Übergangsmodell



Luxemburg (APA) - Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) kann sich für die Einführung einer Digitalsteuer auch ein dreijähriges Übergangsmodell vorstellen. Dabei sollte es einen Aufschlag auf die Umsatzsteuer geben, wobei eine der Möglichkeiten ein Satz von sechs Prozent sein könnte, sagte Schelling Dienstag nach dem EU-Finanzministertreffen in Luxemburg.

Die EU-Kommission werde einen konkreten Vorschlag einbringen. Dieser werde im Wesentlichen auf drei Ebenen beruhen. Zunächst gehe es um die Definition der Digitalen Betriebsstätte, dann um einen Mechanismus für den Verrechnungsprozess und schließlich um die Vereinheitlichung der Bemessungsgrundlage bei der Körperschaftssteuer. Dabei könnte man sagen, die KöSt werde in allen Ländern, wo Betriebe tätig seien, kumuliert und entsprechend der Wertschöpfung verteilt.

Derzeit stimmten 19 EU-Staaten der Ausgleichs-Steuervariante zu. Mit den 9 anderen sollten noch bilaterale Gespräche geführt werden. Natürlich stehe am Ende eine globale Lösung. Aber Europa sollte die Vorreiterrolle übernehmen, um nach drei Jahren Übergang auf das endgültige System umsteigen zu können.

Bei der Mehrwertsteuer habe er neuerlich das Reverse Charge Modell vorschlagen. Die jüngsten Kommissionsvorschläge zur Mehrwertsteuer seien im Detail derzeit noch nicht bekannt. „Ich bin der Auffassung, wie immer der Vorschlag der Kommission aussieht, dass Reverse Charge das saubere, bessere und einfachere System wäre“, betonte Schelling. Daher wolle er gerne das Pilotprojekt haben. „Aber die Kommission hat hier so enge Bedingungen für die Umsetzung des Pilotprojektes gesetzt, dass ich das der österreichischen Wirtschaft nicht zumuten kann“.




Kommentieren