Letztes Update am Di, 10.10.2017 13:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Katalonien - Madrid drängt auf Verzicht auf Unabhängigkeitserklärung



Barcelona/Madrid (APA/AFP) - Wenige Stunden vor der Sitzung des katalanischen Parlaments hat die spanische Zentralregierung den Regionalpräsidenten Carles Puigdemont zum Verzicht auf eine Unabhängigkeitserklärung gedrängt. Regierungssprecher Inigo Mendez de Vigo sagte am Dienstag in Madrid, er bitte Puigdemont, „nichts Unumkehrbares zu tun“.

Der katalanische Regionalpräsident solle keinen „Weg einschlagen, von dem es kein Zurück gibt“, keine „einseitige Unabhängigkeitserklärung“ verkünden und „zur Legalität zurückkehren“, betonte der Sprecher.

Im katalanischen Regionalparlament könnte am Dienstagabend die Unabhängigkeit der nordostspanischen Region verkündet werden, wobei ein Regionalsender diese Theorie unter Berufung auf ein heimlich mitgeschnittenes Gespräch zwischen einem Regierungsmitglied und einer separatistischen Bürgerbewegung dementierte. Für 18.00 Uhr ist eine Rede von Puigdemont geplant. Zuletzt wuchs aus dem In- und Ausland der Druck auf die Regionalregierung, von einer Unabhängigkeitserklärung abzusehen.

Bei einem von der spanischen Justiz als rechtswidrig eingestuften Referendum hatten sich am 1. Oktober 90 Prozent der Teilnehmer für eine Unabhängigkeit Kataloniens ausgesprochen. Die Wahlbeteiligung lag allerdings bei lediglich 43 Prozent, viele Gegner einer Unabhängigkeit boykottierten die Abstimmung.




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