Letztes Update am Di, 10.10.2017 15:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Turkmenistan: Bürger müssen Energie jetzt aus eigener Tasche bezahlen



Aschchabad (APA/AFP) - Der kostenlose Bezug von Erdgas, Strom und Wasser gehört für die Einwohner Turkmenistans schon bald der Vergangenheit an. Präsident Gurbanguli Berdimuchamedow unterzeichnete am Dienstag ein Gesetz, demzufolge die Bürger der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik dafür künftig aus der eigenen Tasche bezahlen müssen. Grund dafür sind Sparzwänge des wirtschaftlich angeschlagenen Landes.

Bislang hatte jeder Einwohner dank großzügiger Subventionen im Monat Anrecht auf 35 Kilowattstunden Strom und 50 Kubikmeter Gas sowie täglich 250 Liter Wasser. Berdimuchamedows Vorgänger Saparmurat Nijasow hatte den Gratistarif 1993 eingeführt, zwei Jahre nach der Unabhängigkeit Turkmenistans von der Sowjetunion.

Die neuen Tarife sollten „schrittweise“ eingeführt werden, sagte Berdimuchamedow bei einem Treffen mit dem beratenden Ältestenrat - ein Gremium, das dem 60-jährigen autoritär regierenden Präsidenten vollständig ergeben ist.

Turkmenistan verfügt über die viertgrößten Erdgasreserven der Welt und verkauft das meiste Gas an China. Doch der ehemaligen Sowjetrepublik macht der Fall der Energiepreise ebenso zu schaffen wie Moskaus Entscheidung, kein Gas mehr aus Turkmenistan zu beziehen.

Dazu kommen die äußert kostenintensive Asiatischen Hallen- und Kampfsportspiele, die im September in der Hauptstadt Aschchabat abgehalten wurden. Allein die aufwendigen Sportanlagen kosteten umgerechnet 4,2 Milliarden Euro. Der im vergangenen Jahr fertiggestellte internationale Flughafen schlug mit etwa 1,7 Milliarden Euro zu Buche.




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