Letztes Update am Di, 10.10.2017 16:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Genehmigung für Bau der größten Moschee Norditaliens zurückgezogen



Rom (APA) - Die Gemeinde der norditalienischen Stadt Sesto San Giovanni bei Mailand hat die Genehmigung für den geplanten Bau der größten Moschee Norditaliens zurückgezogen. Das Islamische Kulturzentrum, das den Bau finanzieren wollte, habe mehrere Verpflichtungen nicht erfüllt, die es mit der Gemeinde 2013 eingegangen war, berichtete der Stadtrat am Dienstag.

Auf einem ehemaligen Industrie-Gelände der Satellitenstadt bei Mailand hätte eine Moschee mit 4.000 Plätzen entstehen sollen. Die muslimische Gemeinschaft hatte sich verpflichtet, die Sanierung des Industriegebiets, auf dem das Gebäude errichtet hätte werden sollen, selbst zu finanzieren. Sie sei jedoch mehreren finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen, berichtete Bürgermeister Roberto Di Stefano, der der rechtskonservativen Partei Forza Italia angehört.

In Sesto San Giovanni, einem grauen Vorort nördlich von Mailand, der wegen seiner starken Konzentration an Industrien als „Stalingrad Italiens“ bekannt war, lebt eine große muslimische Gemeinschaft. Hier wurde am 23. Dezember bei einer Polizeikontrolle der Berlin-Attentäter Anis Amri erschossen. Die einst traditionelle linke Stadt wird seit Juni von einer Mitte-rechts-Koalition geführt, die sich seit jeher gegen den Bau der Moschee wehrt.

Das Gesetz, das im Jänner 2015 von dem von einem Mitte-Rechts-Bündnis dominierten Regionalparlament in Mailand verabschiedet worden war, sieht aufwendige Auflagen für die Errichtung religiöser Kultstätten vor. Unter anderem sollen Behörden strenger prüfen, ob ein religiöses Gebäude ins Stadtbild passt.




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