Letztes Update am Mi, 11.10.2017 11:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


600 tunesische Migranten auf Lampedusa eingetroffen



Rom (APA) - Nachdem der Flüchtlingsstrom aus Libyen seit Juli deutlich nachgelassen hat, steigt in Italien die Zahl der Ankünfte von Tunesiern. 600 tunesische Migranten sind in den letzten drei Tagen auf Lampedusa eingetroffen. Sie sind im Flüchtlingslager der Insel untergebracht, wie italienische Medien berichteten.

Ein Schiff der tunesischen Marine eilte am Mittwoch einem Fischerboot mit zwölf Migranten zur Hilfe, das bei der Fahrt in Richtung Italien unweit der Kerkennah-Inseln ohne Treibstoff in Seenot geraten war. Die Passagiere, acht Tunesier und vier Marokkaner, wurden in die tunesische Hafenstadt Sfax zurückgeführt.

In den vergangenen Wochen habe sich die Zahl der von Tunesien abfahrenden Migranten verdreifacht, jene der Migranten aus Algerien hätte sich verdoppelt, betonte Innenminister Marco Minniti vor dem Parlament in Rom am Dienstag. Bei den Ankommenden aus der Türkei sei es zu einem Anstieg von 63 Prozent gekommen, berichtete Minniti. Die Zahl der Migranten, die aus diesen Ländern in Richtung Italien losgefahren seien, sei jedoch nicht mit jenen der libyschen Route in den vergangenen Jahren vergleichbar.

In den vergangenen zwei Monaten trafen 4.000 Tunesier in Italien ein, wie italienische Medien berichteten. Tunesier haben in Italien keine Chancen auf Asyl. Die meisten tauchen aber nach ihrer Ankunft mithilfe von Bekannten und Angehörigen unter und bleiben als illegale Einwanderer in Italien, warnte die italienische Polizei. Italien hat zwar mit Tunesien ein Rückführungsabkommen abgeschlossen, dies sieht aber eine Höchstgrenze der Abschiebung von 30 Personen pro Woche vor. Zuletzt lagen die Ankunftszahlen deutlich höher.




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