Letztes Update am Mi, 11.10.2017 13:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hongkong verwehrte britischem Menschenrechtler die Einreise



Hongkong (APA/dpa) - Die Behörden von Hongkong haben dem britischen Politiker und Menschenrechtler Benedict Rogers die Einreise verwehrt. Rogers wollte sich mit Demokratie-Aktivisten und Anführern der Studentenproteste treffen, wie die Nichtregierungsorganisation Hong Kong Cultural & Political Forum (HKCPForum) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Britische Staatsbürger erhalten bei Ankunft in Hongkong normalerweise eine Visum für sechs Monate. Rogers musste am Mittwoch stattdessen in die thailändische Hauptstadt Bangkok weiterreisen, ohne „irgendeine Erklärung“ von den Behörden zu erhalten, wie er der britischen Zeitung „The Guardian“ sagte.

Dem HKCPForum zufolge hatte Rogers vor seiner Reise Warnungen von der chinesischen Botschaft in London erhalten. Mit Blick auf ein geplantes Treffen mit drei prominenten Aktivisten hätten diese ihn aufgefordert, nicht nach Hongkong zu reisen. Die ehemalige britische Kolonie Hongkong wurde 1997 an China übergeben und ist seitdem eine Sonderverwaltungszone der Volksrepublik, die weitergehende politische und wirtschaftliche Freiheiten genießt.

Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam betonte am Mittwoch die Verbundenheit Hongkongs zum chinesischen „Mutterland“. Die Hongkong-Politik Pekings sei ein Erfolg. „Jeder mit Leidenschaft für Hongkong ist (...) verpflichtet, jeden Vorstoß abzulehnen, der die Souveränität unseres Landes bedroht“, sagte Lam in der ersten Rede seit ihrem Amtsantritt. Das wurde als versteckte Referenz an Diskussionen über eine Unabhängigkeit Hongkongs gewertet, die seit großen Studentenprotesten für freie Wahlen vor drei Jahren an den Universitäten der Stadt kursieren. Lam wurde trotz Widerstand in der Bevölkerung im Juli von einem weitgehend Peking-treuen Wahlkomitee zur Regierungschefin gewählt.




Kommentieren