Letztes Update am Mi, 11.10.2017 13:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Regierungspartei von Myanmar organisiert Friedensgebete



Yangon (Rangun) (APA/KAP/KNA) - Als ersten Schritt zu Frieden und Harmonie zwischen den Religionen in Myanmar organisiert die Regierungspartei Nationale Liga für Demokratie (NLD) interreligiöse Gebetsveranstaltungen im ganzen Land. Die Initiative solle speziell zur Lösung des Konflikts zwischen dem Staat und den muslimischen Rohingya im Teilstaat Rakhine beitragen, zitierte die „Myanmar Times“ (Dienstag) einen Sprecher der NLD.

U Min Aun, ein Minister in der Regierung Rakhines, ergänzte: „Diese Zeremonien werden zeigen, dass es keine religiöse Diskriminierung in Myanmar gibt und dass die Konflikte in Rakhine nichts mit Religion zu tun haben.“ Insgesamt vier solcher Veranstaltungen sollen in diesem Monat in Myanmar stattfinden. Den Anfang machte am Dienstag Rangun. Mehr als 30.000 Buddhisten, Katholiken, Protestanten, Hindus und Muslime beteten laut asiatischen Medienberichten in einem Sportstadion für ein friedliches Miteinander der Religionen im mehrheitlich buddhistischen Myanmar.

Seit dem Ausbruch der Gewalt im mehrheitlich von muslimischen Rohingya bewohnten Norden von Rakhine sind mehr als 530.000 Menschen über die Grenze nach Bangladesch geflohen. Der Flüchtlingsstrom hält auch sechs Wochen nach der Militäroffensive gegen die Rohingya an, deren Miliz zuvor Polizeistationen angegriffen hatte. Laut den Vereinten Nationen sind alleine am Montag dieser Woche 11.000 Rohingya nach Bangladesch geflüchtet.

Ende November wird Papst Franziskus zu einem dreitägigen Besuch in Myanmar erwartet. Der Papst wird mit den katholischen Bischöfen, der Führung der buddhistischen Mönche, der Armeeführung, Staatsrätin Aung San Suu Kyi, Vertretern der Zivilgesellschaft und dem diplomatischen Corps zusammentreffen, hieß es in dem am Dienstag vom Vatikan veröffentlichten Besuchsprogramm. Geplant ist zudem ein Gottesdienst im Kyaikkasan-Stadion in Rangun. Von Myanmar aus wird der Papst am 30. November zu einem dreitägigen Besuch in Bangladesch weiterreisen.




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