Letztes Update am Mi, 11.10.2017 13:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


FMA: Zahl der Pensionskassen seit 2006 halbiert, Wettbewerb intakt



Wien (APA) - Die Zahl der Pensionskassen in Österreich hat sich seit 2006 trotz eines nachhaltigen Marktwachstums halbiert. Den Wettbewerb sieht die Finanzmarktaufsicht (FMA) aber intakt, weil es vor allem weniger betriebliche Pensionskassen gibt. Für die Kunden habe der Konzentrationsprozess keine gravierenden Änderungen gebracht, so die FMA am Mittwoch in einer Pressemitteilung.

Denn die individuellen Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG), die die Pensionszusagen verwalten, seien als jeweilige Einheit übertragen worden. Die Zahl der VRG sei in etwa gleich geblieben.

Die drei größten Pensionskassen verwalten laut dem heute von der FMA veröffentlichten „Bericht 2017 über die Lage der Pensionskassen“ gemeinsam 75 Prozent des verwalteten Vermögens. Dieses habe Ende 2016 mehr als 20,8 Mrd. Euro betragen.

„Trotz des signifikanten Konzentrationsprozesses auf dem Markt der Pensionskassen ist keine Beeinträchtigung des Wettbewerbs festzustellen“, so die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller laut Pressemitteilung. Dies liege darin begründet, dass der Konzentrationsprozess insbesondere zu Lasten der Betrieblichen Pensionskassen ging. Die Zahl der überbetrieblichen Pensionskassen ist seit 2006 nur um eine auf sechs zurückgegangen. Die Zahl der betrieblichen Pensionskassen fiel von 14 auf 4 Anbieter.

Die Performance sei langfristig positiv gewesen, so die FMA. Der durchschnittliche Veranlagungsertrag seit Gründung der Pensionskassensystems im Jahr 1991 habe laut Berechnungen der Oesterreichischen Kontrollbank (OekB) rund 5,3 Prozent pro Jahr betragen. Die jährlichen Ergebnisse seien aber sehr volatil gewesen und schwankten zwischen den Extremwerten von +13 Prozent (1993) bis -13 Prozent (2008). Positive Ergebnisse seien in 22 Jahren erzielt worden, ein negativer Veranlagungsertrag in vier Jahren. Große Performanceunterschiede habe es je nach Risikoorientierung der Anlageklassen, aber auch bei gleicher Risikoorientierung der Anlageklasse zwischen unterschiedlichen Pensionskassen gegeben.

Einbezogen in das System der Betriebspensionen über Pensionskassen seien aktuell mit rund 900.000 Personen rund 22 Prozent aller Erwerbstätigen.

Das verwaltete Vermögen hätten die Pensionskassen zu mehr als 95 Prozent in Fond investiert, insbesondere in Spezialfonds. Durchgerechnet liege das Exposure bei rund 40 Prozent Staatsanleihen, etwa ein Drittel Aktien, 13 Prozent Guthaben bei Kreditinstituten, 5 Prozent Immobilien und der Rest in Alternativen Investments.

Im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verwalten dem Bericht zufolge fast 113.000 Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge für 52,7 Millionen Begünstigte zusammen ein Vermögen von rund 3,8 Billionen Euro, was rund 26 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) der EU entspricht. 86 Prozent der Zusagen einer betrieblichen Altersvorsorge entfallen dabei auf vier Staaten: Deutschland, Italien, Niederlande sowie das Vereinigte Königreich. In Österreich entspricht das verwaltete Vermögen der betrieblichen Vorsorgesysteme rund 6 Prozent des BIP.




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