Letztes Update am Mi, 11.10.2017 13:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Linzer Atelierhaus Salzamt besteht dank Kooperationen weiter



Linz (APA) - Aufatmen im internationalen Atelierhaus Salzamt in Linz: Die drohende Schließung aufgrund von Budgetkürzungen seitens der Stadt wurde durch neue und stärkere Kooperationen abgewendet. Ars Electronica Festival und Kunstuniversität mieten Atelierwohnungen, das Land stockt eventuell auf und der Förderverein schießt zu - dazu wurde bei Personal und Sachausgaben eingespart.

Das ehemalige Salzamt an der Donaulände wurde im Kulturhauptstadtjahr 2009 von der Stadt Linz gekauft und um 3,6 Mio. Euro renoviert. Seit Juli 2009 werden fünf Wohnateliers an internationale und vier Ateliers an regionale Künstler vergeben sowie Ausstellungen im Schauraum im Erdgeschoß präsentiert. Im Zuge von Sparmaßnahmen der Stadt stand seit längerem die Schließung des Hauses, das sich der Vernetzung verschrieben hat, im Raum. „Es war ein langer, intensiver Weg“, sagte Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP) in einer Pressekonferenz am Mittwoch, doch nun sei die Einrichtung gerettet.

Das Ars Electronica Festival mietet drei Atelierwohnungen für Juli bis September und die Kunstuni, beide schon bisher inhaltlich mit dem Haus verbunden, eine das ganze Jahr über, zudem finanziere das Land Oberösterreich wie bisher eine weitere, wobei ein höheres Engagement möglich sei, stellte Kulturamtsdirektor Julius Stieber vor. „Der Betrieb für die nächsten drei Jahre geht sich aus.“ Wie das Salzamt auch inhaltlich neu aufgestellt wird, soll in den kommenden Monaten erarbeitet werden. Auf jeden Fall gelte es, das Haus sichtbarer zu machen, zu festigen und das Profil zu schärfen.

Hatte das Budget bisher 171.000 Euro ausgemacht, kommen nun nur mehr 70.000 Euro von der Stadt, erklärte Stieber, 10.000 Euro von der Ars Electronica, 12.000 Euro von der Kunstuni und eben soviel vom Land mit Option auf Erhöhung. Den Rest auf das nunmehr 123.000 bis 125.000 Euro umfassende Jahresbudget würde aus den vom Förderverein lukrierten Mitteln kommen.

Ars-Electronica-Leiter Gerfried Stocker lobte das Salzamt als eines der großen Ergebnisse des Kulturhauptstadtjahres und betonte: „Innovation braucht ein Biotop, in dem man Dinge passieren lässt.“ Die Atelieranmietung sieht er ganz pragmatisch im Zuge der Vorbereitung auf das Ars Electronica Festival im September. Diese Lösung sei für Gastkünstler idealer als andere Unterbringungsmöglichkeiten.

Am Abend wird die 50. Ausstellung der Ende des Jahres auslaufenden Reihe „kristallin“ eröffnet, diesmal mit dem Titel „Druckgrafik, die Druckgraphik“, auch Medien-, Audio- und experimentelle Kunst waren schon zu sehen. Die Reihe habe man vor drei Jahren begonnen, mit Eröffnungen alle zwei bis vier Wochen, aus der Überlegung heraus, wie das Salzamt mehr Öffentlichkeit bekommen könne, sagte Salzamt-Leiter und nun einziger Teilzeit-Angestellter Holger Jagersberger. „Wir versuchen über die Grenzen hinweg zu vernetzen“, betonte er. Von Juli 2009 bis Ende September waren 340 Gastkünstler aus 43 Ländern im Haus untergebracht, im Gegenzug 40 regionale Künstler im Ausland. Die regionalen Ateliers werden fix auf zwei Jahre vergeben, der Zeitraum ab Jänner 2018 wird demnächst ausgeschrieben.




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