Letztes Update am Mi, 11.10.2017 13:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Irakisches Gericht ordnete Verhaftungen wegen Kurden-Referendum an



Bagdad (APA/dpa) - Ein irakisches Gericht hat wegen des Unabhängigkeitsreferendums im Nordirak die Verhaftungen mehrerer Mitglieder der organisierenden Wahlkommission angeordnet. Die Haftbefehle seien gegen den Vorsitzenden und weitere Mitglieder der Kommission ausgesprochen worden, sagte der Sprecher des Untersuchungsgerichts in Bagdad, Abdel-Sitar Bairakdar, am Mittwoch.

Die Gerichtsentscheidung sei Folge einer Beschwerde des Irakischen Nationalen Sicherheitsrates. Das höchste Bundesgericht des Iraks hatte vor der Abstimmung einen Stopp des Unabhängigkeitsreferendums in der autonomen Kurden-Region angeordnet und die Volksabstimmung als verfassungswidrig bezeichnet. Die kurdische Autonomieregierung hatte das Referendum Ende September dennoch durchgeführt. Rund 92 Prozent der Teilnehmer sprachen sich dabei für einen eigenständigen Kurden-Staat im Nordirak aus.

Nach der Abstimmung hatte die irakische Zentralregierung in Bagdad unter anderem internationale Flüge in den Nordirak verboten und zudem die Nachbarländer Iran und Türkei gebeten, die Grenzen zu den kurdischen Gebieten zu schließen. Das Referendum war auch international auf heftige Kritik gestoßen.




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