Letztes Update am Mi, 11.10.2017 14:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Über halbe Million Ausländer sind seit 2012 Italiener geworden



Rom (APA) - 541.000 Ausländer sind im Zeitraum 2012 bis 2016 italienische Staatsbürger geworden. 24.000 sind inzwischen ins Ausland gezogen. Allein 2016 haben 184.638 Ausländer, die aus Nicht-EU-Ländern stammen, die italienische Staatsbürgerschaft erhalten, ergab eine Studie des Statistikamts Istat. 2011 waren weniger als 50.000 Ausländer in Italien eingebürgert worden.

Die meisten neuen Italiener stammten 2016 aus Albanien und Marokko. 41,2 Prozent aller Ausländer, die eingebürgert wurden, sind jünger als 20 Jahre, ergab die Studie. 1,3 Millionen italienische Familien zählen mindestens ein Mitglied, das von außerhalb des EU-Raums stammt.

Italien streitet indes weiter über neue Einbürgerungsregeln. Am kommenden Freitag sind mehrere Demonstrationen in ganz Italien für ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz geplant, für das sich vor allem die Demokratische Partei (PD, stärkste Einzelpartei im italienischen Parlament) um Ex-Premier Matteo Renzi einsetzt.

Mit dem Gesetzesentwurf soll das „ius sanguinis“ (Abstammungsrecht) durch das „ius soli“ (Geburtsortsprinzip) nach deutschem Modell ersetzt werden. Mit der Reform könnten rund 800.000 in Italien geborene Kinder von Einwanderern sofort die italienische Staatsbürgerschaft erhalten, wogegen sich die Rechtsparteien und die populistische Fünf-Sterne-Bewegung heftig wehren. Diese behaupten, mit dem neuen Einbürgerungsgesetz wolle die PD ihre Wählerbasis vergrößern. In Italien sind im kommenden Frühjahr Parlamentswahlen geplant.




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