Letztes Update am Mi, 11.10.2017 15:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


BAWAG ab 25. Oktober an der Wiener Börse



Wien (APA) - Die BAWAG hat nun ihren Börsengang in Wien konkretisiert. Ab morgen Donnerstag können Aktien gezeichnet werden, am 25. Oktober ist die Erstnotiz in Wien geplant. Anteilsscheine werden zwischen 47 und 52 Euro angeboten, womit die Bank mit bis zu 5,2 Mrd. Euro bewertet wird. Gekauft hatte Cerberus die BAWAG 2006 um rund 2,6 Mrd. Euro, später wurden aber noch 600 Mio. Euro Kapital zugeschossen.

Die Hauptaktionäre Cerberus und Golden Tree halten derzeit gemeinsam 94 Prozent der BAWAG, sie wollen ihre Beteiligung durch den Verkauf von Anteilen auf 32,1 bzw. 23,5 Prozent absenken. Alle Verträge zur Zusammenarbeit würden gekündigt, sodass die beiden Fonds die Bank künftig nicht mehr beherrschen werden, heißt es im Börsenprospekt. Die US-Fonds machen mit der Aktion ihre Beteiligung zu Geld - der Bank selber fließt aus dem Börsengang kein Kapital zu. Der (Netto-)Buchwert des Unternehmens liege bei 3,35 Mrd. Euro oder 33,5 Euro je Aktie, der Börsenwert daher bei dem bis zu 1,5fachen des Buchwerts.

Private können Aktien bis zum 23. Oktober zeichnen, institutionelle Anleger bis zum 24. Oktober. Wobei außerhalb Österreichs der Börsengang als Privatplatzierung abgewickelt wird. Bis zu 40,25 Mio. BAWAG-Aktien werden an die Börse kommen, von 100 Mio. Aktien insgesamt. Ausdrücklich hält die Bank fest, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass die beiden Großinvestoren nach Ablauf der Behaltefristen weitere Aktien verkaufen.

Die Bank muss im Börsenprospekt auf alle nur erdenklichen Risiken eingehen. Dazu gehört, dass die geplante Kündigung des Vertrags mit der Post womöglich nicht die erhofften Einsparungen bringt oder zu langem Rechtsstreit führt. Dazu gehört auch, dass im Streit mit der Stadt Linz um ein schiefgegangenes Swap-Geschäft noch hohe Abschreibungen im dreistelligen Millionenbereich fällig werden können. Die BAWAG verweist im Börsenprospekt auch darauf, dass noch Schweizer-Franken-Kredite im wert von 1,5 Mrd. Euro laufen (per 30. Juni 2017), die einem Währungsrisiko und damit einem indirekten höheren Ausfallsrisiko unterliegen.

Der Börsengang der BAWAG ist der erste solche Schritt eines größeren Unternehmens an der Wiener Börse seit FACC im Jahr 2014. Der letzte vergleichbar große Börsengang war die Strabag im Jahr 2007.

~ WEB http://www.bawagpsk.com ~ APA406 2017-10-11/15:39




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