Letztes Update am Mi, 11.10.2017 16:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Auch Tschechien sucht nach entlaufenen Wölfen aus Bayern



Regensburg (APA/dpa) - Fast eine Woche nach dem Ausbruch von sechs Wölfen aus dem Nationalpark Bayerischer Wald sind noch drei Tiere in Freiheit. Zuletzt waren rund 30 Menschen im Einsatz, um die Wölfe aufzuspüren. Nach Angaben der Nationalparkverwaltung bestehen die Suchtrupps aus zwei Personen, die mit einem Blasrohr mit Narkose-Pfeilen, einem Narkose-Gewehr oder mit einer scharfen Waffe ausgerüstet sind.

Ziel sei es, die Tiere möglichst lebend einzufangen. Notfalls sei aber auch ein Abschuss möglich, hieß es. Bereits am Sonntag wurde ein Wolf erschossen, ein anderer war wenige Stunden nach seinem Entwischen von einem Zug erfasst worden. Am Dienstag wurde das dritte Tier erlegt. Drei weitere Wölfe leben weiter in dem Freigehege.

Unterdessen wird auch im tschechischen Nationalpark Böhmerwald nach den Wölfen gefahndet. Am Wochenende war ein Tier nördlich von Zelezna Ruda (Markt Eisenstein) gesichtet worden. In der südöstlichen Hälfte des Böhmerwalds leben fünf wilde Wölfe, ein ausgewachsenes Wolfspaar und seine drei Jungen. Anders als die entlaufenen Gehegewölfe sind diese von Natur aus sehr scheu.

Die Hauptgefahr sei, dass sich einer der Gehegewölfe dem wilden Rudel anschließen und seine mangelnde Scheu vor Menschen weitergeben könnte, sagte Martin Stary von der Nationalparkverwaltung in Vimperk (Winterberg) am Mittwoch. „Aus diesem Grund ist es erforderlich, die entkommenen Wölfe einzufangen und in das Gehege zurückzubringen.“ Der Nationalpark Böhmerwald hat Fotofallen und Käfige mit Lockfutter installiert.




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