Letztes Update am Mi, 11.10.2017 16:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rouhani: Nicht Iran, sondern Trump verliert im Atomstreit



Teheran (APA/dpa) - Nach Einschätzung des iranischen Präsidenten wird nur US-Präsident Donald Trump im Atomstreit mit dem Iran verlieren. „Wenn jemand aus einem internationalen Deal aussteigt, dann ist er der Verlierer, nicht der, der es nicht tut“, sagte Hassan Rouhani in einer Kabinettssitzung am Mittwoch.

Ein Ausstieg Trumps aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 wäre weltweit ein großer Imageverlust für die USA, so der iranische Präsident. Ein Einhalten des Deals wäre dementsprechend ein großer Sieg für den Iran.

Wichtig sei seiner Meinung nach jedoch die Reaktion der anderen Regierungen in der Welt. „Einen Deal einzuhalten zeigt die Würde eines Staates und inwieweit seine Regierung vertrauenswürdig ist“, sagte Rouhani in Richtung der Weltgemeinschaft. Das Atomabkommen sei auch ein wichtiger Test für die anderen Verhandlungspartner.

Der Iran brauche sich diesbezüglich aber keine Sorgen zu machen und sollte daher rational vorgehen. „Wir haben mit dem Atomabkommen zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung getroffen“, sagte Rouhani. Der Iran müsse nun zeigen, dass er seine Versprechen einhalten und an einem internationalen Vertrag festhalten werde.

Beobachter in Teheran sehen die bevorstehende Entscheidung Trumps über das Wiener Atomabkommen von 2015 ebenfalls weniger dramatisch. Ihrer Einschätzung nach ist zwar die Position Trumps gegenüber dem Iran und dem Abkommen klar. Wichtiger aber sei, wie die anderen fünf Verhandlungspartner - China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland - reagierten und wie konsequent sie den Deal gegen die USA und Trump verteidigten.




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