Letztes Update am Mi, 11.10.2017 19:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt kaum verändert



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch kaum verändert geschlossen und hielt sich damit auf hohem Niveau. Zur Schlussglocke lag der Leitindex SMI rund 25 Punkte unter dem am vergangenen Freitag neu markierten Jahreshoch. Der Handel am Mittwoch verlief laut Händlern sehr ruhig mit geringem Volumen.

Die Stimmung an sich sei aber grundsätzlich positiv geblieben, hieß es am Markt. Denkbar wäre es allerdings, dass ein Teil der Akteure schlichtweg nicht mehr von weiteren Kursgewinnen überzeugt sei und auf eine baldige Korrektur setze.

Am Mittwoch fehlte es an großen Impulsen: In Spanien war der große Knall vorerst nämlich ausgeblieben, nachdem der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont am Vorabend zwar die Unabhängigkeit seiner Region erklärte, sie daraufhin aber gleich wieder aussetzte. Der Fokus habe daher auf dem Protokoll der letzten Fed-Sitzung gelegen, das allerdings erst am Abend nach Handelsschluss veröffentlicht werden sollte. Überraschungen wurden keine erwartet.

Der SMI schloss 0,02 Prozent tiefer bei 9.265,34 Punkten. Im Hoch erreichte er am Morgen 9.288 Punkte und lag damit nur ganz knapp unter dem Jahreshoch von 9.289 Zählern. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,04 Prozent auf 1.490 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) stand 0,01 Prozent höher bei 10.585 Zählern. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 16 im Minus und 14 im Plus.

Besonders unterstützt wurde der SMI von den schwergewichtigen Novartis (+0,4 Prozent), während Nestle (-0,1 Prozent) und Roche (0,1 Prozent) den Index belasteten. Bei Nestle gab es zuletzt Spekulationen am Markt, der Nahrungsmittelkonzern könnte an Pfizers Sparte mit rezeptfreien Medikamenten interessiert sein.

Mit Blick auf Roche wurde im Handel die Frage aufgeworfen, ob der Titel überhaupt noch ein attraktives Langfrist-Investment sei, nachdem am Vortag erneut eine pessimistische Analyse - von Liberum - die Runde machte. Auf Jahressicht bleiben Roche zumindest klar hinter Novartis und dem Gesamtmarkt zurück.

An der Spitze der SMI/SLI-Titel schlossen Lonza (+1,6 Prozent), die auch im bisherigen Jahresverlauf die größten Gewinner sind mit einem Plus von über 60 Prozent. Auch Swiss Re (+0,7 Prozent) legten klar zu, dies nach einer Hochstufung auf „Neutral“ von zuvor „Underperform“ durch die Investmentbank Exane BNP. Zwar hätten die Naturkatastrophen im dritten Quartal die Profitabilität der Branche stark beeinträchtigt, hieß es. Damit böten sich aber wohl auch Wachstumsgelegenheiten. Die europäischen Rückversicherer könnten dabei relativ gesehen die Gewinner sein. Des weiteren gehörten zu den größten Gewinnern Clariant (+0,7 Prozent), Logitech und Swisscom (je +0,6 Prozent).

Schwächer tendierten hingegen die Bankentitel Julius Bär (-0,8 Prozent), Credit Suisse (-0,6 Prozent) und UBS (-0,3 Prozent). Die Branche reagiert grundsätzlich sensibler auf politische Spannungen wie in Spanien, die verunsichern und möglicherweise die Stabilität der Eurozone infrage stellen.

Noch deutlicher verloren inzwischen Aryzta (-1,1 Prozent), die am Vortag noch kräftig zugelegt hatten. Die Titel bleiben unter den Bluechips die schwächsten Aktienwerte - gemessen an der bisherigen Jahresperformance mit einem Minus von mehr als minus 30 Prozent. Weitere Verlierer waren am Mittwoch auch LafargeHolcim (-1,1), Adecco und Kühne+Nagel (je -0,7 Prozent).

Auch Swatch (-0,4 Prozent) gaben etwas ab. Morgan Stanley bleibt für den Uhrenwert pessimistisch eingestellt und bekräftigte sein „Underweight“-Rating. Die Bedrohung klassischer Uhren durch Smartwatches könnte mittelfristig wieder mehr in den Vordergrund treten - angesichts Verbesserungen bei der Technologie, hieß es bei der Bank. Swatch wäre davon besonders betroffen, so die Meinung.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA530 2017-10-11/19:35




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