Letztes Update am Do, 12.10.2017 12:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hypo-Prozess Jakljan - Strok: Striedinger „von Anfang an informiert“



Klagenfurt (APA) - Im Hypo-Prozess um das Projekt „Jakljan“ hat der Angeklagte Goran Strok am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt ausführlich seine Motive erklärt, warum er dieses Projekt unbedingt umsetzen habe wollen. Ex-Hypo-Vorstand Günter Striedinger sei „von Anfang an informiert“ gewesen, er habe auch die Probleme rund um Gebietsansprüche von Serbien und Kroatien offen dargelegt.

Die Hypo war zu dem damaligen Zeitpunkt nicht nur Stroks finanzierende Bank, sondern auch 33-Prozent-Geschäftspartner. Sein Obligo bei der Hypo sei 2005 bei 77 Mio. Euro gelegen. Es sei deshalb so hoch gewesen, weil man damals fünf Hotels betrieben hätte, vier davon habe man komplett neu ausgestattet, erklärte Strok auf eine Frage von Richter Christian Liebhauser-Karl. Er habe auch eigenes Geld in die kroatischen Projekte investiert, rund 15 Mio. Euro.

Ob es Stroks Standardmodell gewesen sei, alles mit Fremdkapital zu finanzieren, wollte der Richter wissen. Strok verneinte, dies sei nur in der Causa Jakljan so gewesen. Er habe deshalb kein Eigenkapital beigebracht, weil „die Hypo nicht gefragt hat“. Man sei überzeugt gewesen, dass Jakljan ein Projekt sei, das 300 Prozent Rendite abwerfen würde. Es habe sich immerhin um eine der schönsten Inseln in der gesamten Adria gehandelt, da könnte man sehr rasch etwas realisieren und gutes Geld verdienen.

Er habe Striedinger gleich zu Beginn darauf aufmerksam gemacht, dass es die Eigentumsstreitigkeiten zwischen Serbien und Kroatien gebe. Striedinger meinte, er habe beste Beziehungen zur serbischen Regierung, daher werde sich das Problem sicher lösen lassen. Auf kroatischer Seite sei das ebenfalls lösbar, habe Striedinger gemeint, schließlich hätte Hypo-Chef Wolfgang Kulterer beste Beziehungen zum damaligen kroatischen Premierminister Ivo Sanader. Auf die Frage des Richters, ob ihm Striedinger gesagt habe, dass es in der Bank Widerstände gegen die Finanzierung des Projekts gegeben habe, meinte Strok, er habe von „Problemen“ gesprochen, die er aber gelöst hätte. Details habe er nicht genannt. Die Frage, ob er Druck auf Striedinger ausgeübt habe, um die Finanzierung sicherzustellen, verneinte der Angeklagte. Hätte die Bank die Finanzierung abgelehnt, wäre das Projekt eben nicht zustande gekommen. Auf die Frage, warum sich Striedinger so für das Projekt eingesetzt habe, meinte Strok: „Weil er überzeugt davon war, dass es ein gutes Geschäft ist.“

Staatsanwalt Norbert Ladinig wollte vom Angeklagten wissen, welche Gegenleistung er sich für die Übertragung von einem Drittel seiner Geschäftsanteile an die Hypo von dieser erwartet habe. Er habe das Unternehmen vergrößern wollen, an Bedingungen sei die Übertragung nicht geknüpft gewesen. Außerdem habe er Geld gebraucht, konzedierte Strok.

Die Befragung Stroks wurde zu Mittag beendet, die Verhandlung wurde auf 19. Oktober vertagt.

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