Letztes Update am Do, 12.10.2017 12:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Streit um Kandidaten Katars für UNESCO-Spitze



Paris (APA/AFP) - Bei der Wahl zur neuen Führungsspitze der UNESCO droht Streit. Vor einer vierten Wahlrunde im Exekutivrat der UN-Kulturorganisation am Donnerstagabend lag der Kandidat Katars, Hamad bin Abdulasis al-Kawari, gleichauf mit der französischen Anwärterin Audrey Azoulay - dem 69-jährigen al-Kawari wird aber Antisemitismus vorgeworfen.

Sollte er sich durchsetzen, könnte das den Konflikt mit Israel verschärfen. Für die früheren Kulturminister al-Kawari und Azoulay stimmten am Mittwochabend jeweils 18 Mitglieder des 58-köpfigen Exekutivrats. Das jüdische Simon-Wiesenthal-Zentrum hatte die Kandidatur des Katarers in Frage gestellt und ihn aufgerufen, zu Vorwürfen des Antisemitismus Stellung zu nehmen. Unter anderem soll er in einem Buch-Vorwort geschrieben haben: „Die Juden kontrollieren die Medien, Zeitungen und Verlage in den USA.“

Israel ist ohnehin schlecht auf die UNESCO zu sprechen: Die Regierung hatte die Zusammenarbeit mit der Kultur- und Bildungsorganisation vor einem Jahr ausgesetzt. Der Grund waren mehrere israelkritische Resolutionen.

Ob sich der katarische Kandidat durchsetzt, ist ungewiss. Saudi-Arabien, Ägypten und andere arabische Länder haben ihre Beziehungen zu dem Golfemirat eingefroren. Ägypten hat eine eigene Kandidatin ins Rennen um die Nachfolge der scheidenden bulgarischen UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova geschickt.

Sollte es am Donnerstagabend erneut keine absolute Mehrheit für einen Kandidaten geben, ist eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten vorgesehen.

~ WEB http://www.unesco.org/new/en/ ~ APA246 2017-10-12/12:18




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