Letztes Update am Do, 12.10.2017 15:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weiter Diskussionen um Geschlechtsänderungsgesetz in Griechenland



Athen (APA) - In Griechenland wird weiterhin heftig über ein umstrittenes Gesetz debattiert. Ein revidiertes Personenrecht sieht die eigenmächtige Definierung des Geschlechts ohne Rücksicht auf die physiologischen Gegebenheiten vor. So ist es Erwachsenen nunmehr möglich, sich selbst auch ohne äußere Geschlechtsumwandlung als Mann, Frau oder beides festzulegen.

Bei Minderjährigen kann das durch die Vormundschaftsberechtigten bzw. schon bei der Geburt vonseiten der Eltern erfolgen. Zudem darf jede Person frei darüber entscheiden, sich einem Verfahren zur Geschlechtsumwandlung zu unterziehen. Selbst Minderjährigen ab 15 Jahren steht dies nunmehr frei.

Nach einer stürmischen Sitzung wurde der Gesetzentwurf zwar am Dienstag im Parlament angenommen worden, es gibt aber weiter Proteste. Der Gesetzesentwurf wurde von 171 anwesenden Abgeordneten (285 insgesamt) bestätigt, während 114 Abgeordnete dagegen votierten. Insbesondere die orthodoxen Kirche reagierte empört und besorgt. „Das Gesetz torpediert die heilige Institution der Familie“, ließ die Bischofssynode der Orthodoxen Kirche Griechenlands verlauten.

Die Mönchsregierung des Heiligen Berges Athos, die „Iera Epistasia“, zeigt sich beunruhigt über Auswirkungen, die Griechenlands neue Gender-Gesetzgebung auf das traditionelle Verbot des Besuchs von Frauen in der Mönchsrepublik haben könnte, wie auch die Katholische Nachrichtenagentur KNA berichtete.




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