Letztes Update am Do, 12.10.2017 19:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt leicht im Plus



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag freundlich geschlossen. Nach einem wenig bewegten Vormittagshandel zogen die Indizes am Nachmittag etwas an, wobei der Leitindex SMI kurzzeitig auch die seit dem Sommer 2015 nicht mehr erreichte Marke von 9.300 Punkten hinter sich ließ. Die positive Stimmung, die auch zu Höchstmarken am deutschen Aktienmarkt führte, wurde unter anderem mit guten Wirtschaftsperspektiven in Europa begründet. So stieg die EU-Industrieproduktion im August überraschend stark an.

Dagegen geriet die Verunsicherung um den Katalonien-Konflikt, wo der spanische Ministerpräsident der katalonischen Regionalregierung nun Ultimaten stellte, etwas in den Hintergrund. Nur wenig Einfluss hatten am Nachmittag neue Konjunkturdaten aus den USA zu der Entwicklung der Produzentenpreise. Die Entwicklung der US-Konsumentenpreise wird am (morgigen) Freitag publiziert. Die zuletzt eher schwache Inflation gilt als wichtiger Faktor für die nur zögerlichen Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed.

Der SMI schloss 0,35 Prozent im Plus bei 9.297,34 Punkten, leicht unter dem Tageshoch bzw. neuen Jahreshoch von 9.301 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,44 Prozent auf 1.496,98 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) legte 0,38 Prozent auf 10.625 Zähler zu. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 24 im Plus, fünf im Minus und einer unverändert.

Die deutlichsten Gewinne im SMI/SLI entfielen auf Sika sowie auf Lonza mit je 1,3 Prozent. Die Citigroup hob am Donnerstag ihr Kursziel für die Lonza-Aktien im Vorfeld des Ende Oktober angekündigten Zwischenberichts deutlich an, blieb aber bei seinem Rating „Neutral“.

Gestützt wurden die Indizes vor allem durch die Avancen der schwergewichtigen Nestlé-Aktien (+0,8 Prozent). Das Nahrungsmittelunternehmen gab eine Partnerschaft in seinem Healthcare-Bereich mit dem US-Unternehmen Codexis bekannt, zudem teilte es den Bau einer neuen Fabrik für Babynahrung in Russland mit.

Bei den Pharma-Schwergewichten schlossen Novartis leicht fester, während Roche mit Abschlägen aus dem Handel gingen. Für Novartis-Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt ist der Verkauf des von Novartis gehaltenen Roche-Pakets „derzeit nicht sinnvoll“, wie er in einem Interview in der „Handelszeitung“ sagte. Zudem kündigte er neue Informationen zu den Plänen um die Augenheilsparte Alcon noch im Oktober an.

Bei den Großbankenwerten schlossen UBS mit 0,8 Prozent stärker als CS mit 0,1 Prozent. Insgesamt reagierten die Titel nur wenig auf die ersten Drittquartalszahlen großer US-Banken. Sowohl JPMorgan wie Citigroup vermeldeten am Donnerstag überraschend deutlich gestiegene Gewinnzahlen, allerdings mussten sie wie bereits im Vorquartal ein verhaltenes Kapitalmarktgeschäft verkraften.

Zu den wenigen Verlieren unter den Blue Chips gehörten neben den volatilen Aryzta auch Swatch (je -0,9 Prozent), während die Titel der Konkurrentin Richemont mit 0,2 leicht zulegten. Die Analysten von Bernstein verwiesen in einer Studie zum Luxusgüter-Sektor auf die weiter wachsende Bedeutung des chinesischen Markts, der in den kommenden zehn Jahren mit Wachstumsraten von 7,5 Prozent zulegen dürfte, wobei auch Swatch und Richemont davon profitieren dürften.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA539 2017-10-12/19:11




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