Letztes Update am Do, 12.10.2017 19:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neuer HSBC-Chef Flint kommt aus den eigenen Reihen



London (APA/Reuters) - Die britische Großbank HSBC bleibt einer Tradition treu: Auch ihr neuer Vorstandschef John Flint kommt aus den eigenen Reihen. Aufsichtsratschef Mark Tucker beförderte den Leiter des Geschäfts mit Filialkunden und vermögenden Kunden am Donnerstag zum Nachfolger von Stuart Gulliver, der nach sieben Jahren im Amt Mitte Februar 2018 in den Ruhestand geht.

Der 49 Jahre alte Flint arbeitet seit 1989 für Europas größte Bank, die ersten 14 Jahre davon in Asien - von Hongkong bis Indien. „Er versteht und schätzt das Erbe von HSBC und hat die Leidenschaft, die Bank für die nächste Generation zu bauen“, lobte Tucker Flint. HSBC profitiert stark von seiner Verankerung in China und anderen asiatischen Wachstumsregionen.

Tucker, ehemaliger Chef des Versicherers AIA, ist seit 1. Oktober im Amt. Er ist der erste Aufsichtsratschef von HSBC, der nicht aus dem Haus kommt. Das hatte Spekulationen genährt, dass er zum ersten Mal in der 150-jährigen Geschichte der Bank auch einen Vorstandschef von außen holen werde. „Das wäre vielleicht ein bisschen zu viel gewesen und hätte an den Märkten für etwas Unsicherheit über den künftigen Kurs gesorgt“, sagte der Hongkonger Berater Benjamin Quinlan. Flint galt bald als Favorit für den Chefposten.

Gulliver, heute 58, hatte HSBC seit der Finanzkrise zusammen mit dem damaligen Aufsichtsratschef Douglas Flint - nicht verwandt mit dem neuen Chef - gesundgeschrumpft und stärker auf Asien als zweiten Heimatmarkt ausgerichtet. Sein Nachfolger soll sie wieder auf Wachstumskurs bringen. Das Ziel einer Eigenkapitalrendite von zehn Prozent hat HSBC allerdings gerade erst auf unbestimmte Zeit verschoben. Flint bekommt ein Grundgehalt von 1,2 Millionen Pfund und eine fixe Zusatzvergütung von 1,7 Millionen Euro im Jahr. Pensionszusagen, kurz- und langfristige Boni kommen hinzu.

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